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Förderrunde 2015 – ERC Advanced Grants für Forscher aus Baden-Württemberg

Der European Research Council (ERC) soll die besten Wissenschaftler Europas fördern und so Forschung auf höchstem Niveau erlauben. Auch in der Förderrunde 2015 waren Wissenschaftler aus Baden-Württemberg erfolgreich: Im Bereich Life Sciences konnten sich drei Forscher einen ERC Advanced Grant sichern.

Mit Hilfe der Förderung können Wissenschaftler aller Forschungsbereiche neue Wege einschlagen, anstatt politisch motivierten Ambitionen zu folgen. Diese Flexibilität soll bewirken, dass die Zuwendung zu neuen vielversprechenden Forschungsfeldern führt. Die ERC Grants werden europäischen Wissenschaftlern für herausragende Projekte verliehen. Das einzige Kriterium für eine Förderung ist die exzellente wissenschaftliche Arbeit des Forschers. Ziel ist es, die besten Ideen und schlausten Köpfe in Europa zu finden und zu fördern. Der European Research Council verspricht sich neue wissenschaftliche und technologische Entdeckungen, welche die Grundlage neuer Industriezweige und Märkte bilden und in der Zukunft zu gesellschaftlichen Innovationen führen.

Letztendlich soll die europäische Forschungsbasis gewappnet sein, um auf die Bedürfnisse der Gesellschaft einzugehen und globalen Herausforderungen zu begegnen.

Der ERC setzt sich aus drei Hauptmodellen zur Förderung und einem ergänzenden Modell für ERC-Stipendiaten zusammen.

Die drei Hauptmodelle sind:

  • ERC Starting Grants
  • ERC Advanced Grants
  • ERC Consolidator Grants

Das ergänzende Modell wird als “ERC Proof of Concept“ bezeichnet und kann nur an ERC-Stipendiaten verliehen werden.

Dieses Jahr konnten sich unter anderem drei etablierte Wissenschaftler aus Baden-Württemberg einen ERC Advanced Grant im Bereich Life Sciences sichern. Die Förderung richtet sich an führende Wissenschaftler, die bereits seit Jahren im jeweiligen Forschungsbereich etabliert sind und in den letzten zehn Jahren bedeutende Forschungsergebnisse aufweisen können. Auf bis zu 2,5 Millionen Euro, die über einen Zeitraum von fünf Jahren vergeben werden, können sich die Wissenschaftler freuen. Ausgeschrieben werden die ERC Advanced Grants einmal pro Jahr.

Wissenschaftler, die in der Förderrunde 2015 einen ERC Advanced Grant erhalten

Die Professorin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Tübingen erhält den ERC Advanced Grant und sichert sich 2,2 Millionen Euro für ihre Forschung. In ihrem Projekt untersucht sie Farbmuster bei Zebrafischen. Durch die Identifizierung der Gene, die für die Farbmuster verantwortlich sind, sollen Fragen zur Entstehung der Biodiversität geklärt werden.

Auch Professor Hassan Jumaa, Leiter des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Ulm, erhält einen ERC Advanced Grant über 2,25 Millionen Euro. Mit dem Geld will der Leukämieforscher die Krebsforschung weiter vorantreiben und sich gezielt mit B-Lymphozyten beschäftigen. Bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) bilden sich funktionslose B-Lymphozyten, wodurch das Immunsystem des Körpers stark beeinflusst wird. Professor Hassan Jumaa möchte die Signale des B-Zell-Rezeptors genauer erforschen, um Rückschlüsse auf die Krebserkrankung ziehen zu können.

Dr. Jan Ellenberg, der dritte Baden-Württemberger, der sich die Förderung des ERC Advanced Grants im Bereich Life Sciences sicherte, ist Leiter des Instituts für Zellbiologie und Biophysik am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg. Die Ellenberg Gruppe untersucht, wie sich Zellen während der Mitose und Meiose teilen und organisieren und wie Fehlfunktionen zu Krebs und Unfruchtbarkeit führen können.

Seiten-Adresse: https://www.bio-pro.de/presse/pressemitteilungen/foerderrunde-2015-erc-advanced-grants-fuer-forscher-aus-baden-wuerttemberg