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Alles im grünen Bereich: Prozesse neu gestalten

Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden ist ein wesentlicher Schlüssel, um umweltbewusstes Handeln fest im Klinikalltag zu verankern. Durch effizientere Abläufe, eine nachhaltige Beschaffung, ressourcenschonende Prozesse und den bewussten Umgang mit Materialien kann das Gesundheitswesen seine ökologischen Auswirkungen deutlich verringern.

Die Beschaffung medizinischer Produkte beeinflusst den Ressourcenverbrauch in Kliniken spürbar. Dennoch werden ökologische Kriterien in vielen Einrichtungen häufig kaum berücksichtigt. Oft liegt der Fokus auf (kurzfristiger) Wirtschaftlichkeit, während langfristige Folgekosten – etwa steigender Abfall, aufwendige Entsorgung oder hoher Energieeinsatz – unberücksichtigt bleiben. Bislang fehlen verbindliche Vorgaben, die Klima- und Umweltschutz in Verordnungen, Rahmenvereinbarungen oder Ausschreibungskriterien vorgeben.

Gleichzeitig spielen Mitarbeitende des Gesundheitswesens eine zentrale Rolle im Wandel hin zu umweltbewussteren Abläufen. Eingespielte Routinen und das Vertrauen in bewährte Prozesse führen dazu, dass bestehende Abläufe selten hinterfragt und ökologische Alternativen häufig mit Zurückhaltung bewertet werden – etwa aus Sorge vor höheren Kosten, Mehraufwand oder möglichen Risiken für Hygiene und Sicherheit. Um Veränderungen anzustoßen, ist es wichtig, Mitarbeitende gezielt für die ökologischen Auswirkungen klinischer Prozesse zu sensibilisieren, Wissen über nachhaltige Handlungsoptionen zu vermitteln und Vorbehalte dadurch abzubauen. So kann Schritt für Schritt eine Kultur entstehen, in der nachhaltiges Denken und Handeln zum Klinikalltag gehören.


Mehr über nachhaltige Prozesse im Gesundheitswesen gibt's hier:

Fachbeitrag

Der Gesundheitssektor sichert unsere medizinische Versorgung, verursacht dabei aber enorme Mengen an Treibhausgasen und verbrauchen viele Ressourcen. Ein von der Stiftung viamedica erstelltes Gutachten ist nicht nur eine Bestandsaufnahme der aktuellen nachhaltigen Aktivitäten, sondern liefert Informationen und Handlungsimpulse für die Akteurinnen und Akteure.

Fachbeitrag

Analysen zeigen, dass vor allem im Klinikablauf viele Möglichkeiten bestehen, die medizinische Versorgung nachhaltiger zu gestalten. Hier setzen das Universitätsklinikum Heidelberg und die Stiftung viamedica aus Freiburg an.


Quellenangabe:

1 | K Ostertag, T Bratan, C Gandenberger, B Hüsing, M Pfaff (2021): Ressourcenschonung im Gesundheitssektor – Erschließung von Synergien zwischen den Politikfeldern Ressourcenschonung und Gesundheit. Umweltbundesamt (Hrsg.), Dessau-Roßlau. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5750/publikationen/2021-01-25_texte_15-2021_ressourcenschonung_gesundheitssektor.pdf (Stand 09.02.26)

2 | M Filser, D Janson, K Blum, I Schoenheit,​​​​​​ (2024): Klinikreport Nachhaltigkeit – Wie weit sind Deutschlands Krankenhäuser? Deutsches Krankenhausinstitut (DKI), imug | research (Hrsg.), mitentwickelt und gefördert durch: Techniker Krankenkasse. Online verfügbar unter https://www.tk.de/resource/blob/2164494/0199944ba768e7695f4a1bd19dbb3ab2/klinikreport-nachhaltigkeit-data.pdf (Stand 09.02.26)

3 | J Graalmann, T Rödiger, K Blum, F Kreßler (2023): Das Nachhaltigkeitsdilemma im deutschen Gesundheitswesen. In: Jetzt oder nie – Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft (MWV), Berlin. Online verfügbar unter: https://www.mwv-landingpages.de/jetzt-oder-nie-nachhaltigkeit-im-gesundheitswesen/das-nachhaltigkeitsdilemma-im-deutschen-gesundheitswesen/ (Stand 09.02.26)

4 | C Quitmann, R Sauerborn, I Danquah, A Herrmann (2023): Reducing the carbon footprint of a German university hospital: Perspectives from hospital stakeholders. In: The Journal of Climate Change and Health. Online verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2667278223000470 (Stand 09.02.26)

Seiten-Adresse: https://www.bio-pro.de/projekte/laufende-projekte/hack-it-net-innovationen-fuer-eine-zukunftsfaehige-gesundheitsversorgung-im-alpenraum/erste-hilfe-fuers-klima-ressourcen-schonen-im-gesundheitswesen/alles-im-gruenen-bereich-prozesse-neu-gestalten