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Neue Impulse für die Bioenergie aus Baden-Württemberg

Das Ziel, durch Nutzung der Bioenergie einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieversorgung zu leisten, stellt sowohl Politik als auch Wissenschaft und Industrie vor große Herausforderungen. Auf der BIOTECHNICA 2009 diskutierten Experten über Konzepte und Innovationen aus Baden-Württemberg, die eine nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung der Bioenergie ermöglichen können.

Diskussion über Zukunft der Bioenergie, v.l.n.r.: Prof. Posten, Dr. Lemmer, Konrad Raab © BIOPRO/Bächtle

Im Forum des baden-württembergischen Gemeinschaftsstandes diskutierten Experten die Zukunft der Bioenergie.

Zunächst gab Konrad Raab vom Wirtschaftsministerium eine Einführung in das Thema und stellte das baden-württembergische Energiekonzept vor. Danach sollen bis 2020 die Anteile der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf mindestens 20 Prozent und an der Wärmebereitstellung auf mindestens 16 Prozent steigen. Die größten Beiträge sollen dabei von der Bioenergie kommen.

Förderprogramme für die effiziente Nutzung der Bioenergie

Broschüre des Wirtschafts-ministeriums zum Bioenergie-wettbewerb © Wirtschafts-ministerium Baden-Württemberg

Zum Erreichen dieser Ziele wurde unter anderem ein Bioenergiewettbewerb ins Leben gerufen, mit dem das Land die innovative und energieeffiziente Nutzung der Bioenergie unterstützt. „Insgesamt stehen für diesen Wettbewerb jährlich zwei Millionen Euro bereit, um die sich Projektträger alle drei Monate bewerben können. Gefördert werden vor allem Innovationen, welche die effiziente Nutzung von Energieträgern merklich verbessern oder die energetische Nutzung bislang unzureichend eingesetzter Biomassen - wie etwa Stroh - ermöglichen“, so Raab. Weiter informierte er die Zuhörer über ein neues Fördervorhaben für die Bioenergie, das Programm „Bioenergiedörfer“.  Durch diese Initiative soll die Wärmeversorgung ganzer Gemeinden durch den überwiegenden Einsatz von Bioenergie erreicht werden.

Anschließend sprach Dr. Andreas Lemmer von der Universität Hohenheim über die Perspektiven von Biogas, seine effiziente Erzeugung sowie die nachhaltige Nutzung. Er ist Projektleiter von Deutschlands erster Forschungs-Biogasanlage in Praxisgröße. Er betonte: „Die Erkenntnisse aus der Forschungsanlage werden helfen, die Effizienz der Biogasproduktion deutlich zu steigern.“

Neue Perspektiven durch die Algenbiotechnologie

Prof. Posten präsentiert im Interview mit biotechnologie.tv die innovative LED-Beleuchtung © Biopro/Bächtle

Prof. Dr. Clemens Posten von der Universität Karlsruhe schließlich sprach über ein weiteres wichtiges Innovationsfeld, nämlich über Mikroalgen als Energielieferanten. Algen wachsen bei hohen CO2 Konzentrationen besonders schnell, so dass sich industrielle Kohlendioxid Emissionen als Kohlenstoffquelle einsetzen lassen. Und da zur Kultivierung kein Ackerland nötig ist, stehen sie nicht in Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. „Darüber hinaus produzieren Algen im Vergleich zu Landpflanzen deutlich mehr Biomasse pro Hektar und enthalten über 30 Prozent energetisch nutzbare Öle“, so Prof. Posten. Ein besonders wichtiger Punkt bei der Kultivierung von Mikroalgen sei ein optimales Lichtmanagement. Genau hier setzt Postens Forschung an: Seine Gruppe entwickelt Photobioreaktoren, die eine besonders effiziente Algenproduktion ermöglichen. Hierzu stellten er und seine Mitarbeiter ein Exponat auf dem Gemeinschaftsstand aus, das auf außerordentlich großes Interesse stieß. Neben Experten ließen sich zahlreiche interessierte Laien sowie Vertreter von Medien über die baden-württembergischen Innovationen in dieser zukunftsweisenden Technologie informieren.

Chancen durch Technologieexport

Dr. Ralf Kindervater (rechts) mit Klaus Tappeser, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst © BIOPRO/Bächtle

In der sich anschließenden Diskussion war man sich einig, dass die energetische Nutzung von Biomasse kein Risiko für die Welternährung mit sich bringen sollte. Da die Bedeutung der Bioenergie in naher Zukunft weltweit jedoch stark zunehmen werde, sei ein wichtiges Ziel der hiesigen Politik die Technologieführerschaft. „Durch zukunftsweisende Innovationen im Bereich der Bioenergie ergeben sich für das Land erhebliche Chancen, beispielsweise durch einen Technologieexport“, so Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH.

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