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Joint Masterplan zur Bioökonomie in der Alpenmakroregion vorgestellt

Die AlpLinkBioEco Interreg Projektgruppe präsentiert eines ihrer Hauptergebnisse.

Der Alpenraum ist eine der leistungsstärksten Regionen Europas. Dies zeigt eine Analyse der Wirtschaftsleistung, des Beschäftigungsgrades sowie der sozialen Gleichheit. Bestehend aus 7 Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, die Schweiz und Slowenien) und 48 Regionen ist das Gebiet ein idealer Kandidat für eine vernetzte Modellregion der Bioökonomie. Im Interreg-Alpenraum-Projekt AlpLinkBioEco (2018-21) haben 9 Regionen (Auvergne-Rhône-Alpes, Baden-Württemberg, Bayern, Espace Mittelland, Lombardei, Oberösterreich, Slowenien, Südtirol und Trentino) zusammengearbeitet, um eine Methodik zur Etablierung neuartiger Wertschöpfungsketten – das Webtool „Value Chain Generator“1 - und damit eine biobasierte Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Die im Zuge der Arbeit aufgebaute Kooperation soll nun in einer gemeinsamen politischen Agenda verankert werden. So zielt der Joint Masterplan, der von der BIOPRO Baden-Württemberg und Poly4ml/Anteja verfasst wurde, darauf ab, diese politische Agenda in die Tat umzusetzen.

Der Alpenraum
Karte mit den Alpenregionen, die durch das Interreg-Alpenraumprogramm unterstützt werden, und den Alpenregionen vertreten durch die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP). © Interreg Alpine Space Programme

Der Alpenraum steht bei seinem Übergang zur Bioökonomie vor ähnlichen Herausforderungen, die auch im europäischen Gesamtbild bekannt sind. Förderprogramme gehören dazu und werden auch im Joint Masterplan reflektiert2. Damit kann AlpLinkBioEco als Modellprojekt für die Umsetzung einer tragfähigen Bioökonomiestrategie für den gesamten Alpenraum fungieren. Als Ausgangspunkt für das Dokument wurden solide Perspektiven im AlpLinkBioEco Whitepaper “Benefits and opportunities of bio-based economy value chains” (2019) beschrieben, in welchem die Sektoren wie Holz, Landwirtschaft, biobasierte Verpackungen und Chemie analysiert zu finden.

Die in den teilnehmenden Regionen gesammelten Daten zeigen einen deutlich boomenden Sektor mit regionalen Vorzügen und hohem Potenzial für eine regionenübergreifende Zusammenarbeit auf. Die Alpenmakroregion verfügt über ausreichend Biomasse und eine relevante Anzahl von Stakeholdern, um den Übergang zur Bioökonomie zu beschleunigen. Um dies effektiver zu gestalten, sind die erfolgreiche Umsetzung der bestehenden regionalen Bioökonomie-Strategien (z.B. in Baden-Württemberg und Bayern) und deren bessere Abstimmung mit der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) erforderlich.

Der Joint Masterplan zur biobasierten Kreislaufwirtschaft wird von den folgenden ehrgeizigen Zielen angetrieben:

  • Potenziale freisetzen und regionale Vorteile in makroregionale Chancen verwandeln
  • Stärkung der makroregionalen Identität
  • Ausweitung und Erweiterung der Digitalisierung für widerstandsfähige biobasierte Wertschöpfungsketten

Um die aufgelisteten Ziele zu erreichen, stützt sich das Dokument auf die folgenden Maßnahmen:

  1. Priorisierung der Themenfelder für die makroregionale Zusammenarbeit
  2. Stärkung des transnationalen Dialogs in Bezug auf diese Themenfelder
  3. Entwicklung von regionalen/nationalen Strategien
  4. Widerstandsfähigkeit von biobasierten Wertschöpfungsketten durch die Digitalisierung

Das Alpine Policy Forum, welches am 16. Februar 2021 stattfand, zeigte, dass die bisherigen Konzepte ausreichend ausgereift sind, um eine koordinierte politische Reaktion auf die Bioökonomiepfade auszulösen. Die während der Veranstaltung vorgeschlagenen Empfehlungen wurden auch in den umfassenden gemeinsamen Masterplan aufgenommen. Ein weiterer und besser koordinierter Dialog zwischen den Alpenregionen ist notwendig, um den Masterplan mit spezifischen Meilensteinen und Zeitplänen weiter zu gestalten. Eine kurzfristige Roadmap, welche bis Ende 2022 reicht, ist vorhanden. Die AlpLinkBioEco Community, die derzeit aus 70 Clustern, 400 KMUs3 und mehr als 50 Entscheidungsträgern besteht, sollte größer und robuster werden, wenn die Empfehlungen und Maßnahmen des Masterplans in die Praxis umgesetzt werden.

Hintergrund

Das Projekt AlpLinkBioEco läuft über einen Zeitraum von drei Jahren, von April 2018 bis April 2021, und wird mit 2.291.020 Euro aus Mitteln finanziert, die im Rahmen der EUSALP aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt werden. Der Lead-Partner des Projekts ist das Plastics Innovation Competence Center (PICC) der Hochschule Fribourg, das aus Mitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes der Schweizerischen Eidgenossenschaft kofinanziert wird.

Die weiteren Projektpartner sind: Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur GmbH (Österreich), Association Club des Districts Industriels Français - France Clusters und Plastipolis (beide Frankreich), Centro di Studi Alpino di Pieve Tesino, Confindustria Lombardia, Fraunhofer Italia, Hub Innovazione Trentino, Lombardy Green Chemistry Association (alle Italien), Ministrstvo za izobraževanje, znanost in šport (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport), Poly4Eml hosted by Anteja ECG d.o.o. (beide Slowenien) sowie BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, Chemie Cluster Bayern GmbH und INNONET Kunststoff TZ Horb GmbH & Co. KG.

Literatur

1) Eine Software, die es erlaubt, Akteure aus verschiedenen Sektoren und Regionen zusammenzubringen, um neuartige biobasierte Wertschöpfungsketten zu schaffen.

2) Siehe auch Policy Memos, kurze, faktenbasierte Informationsblätter mit Leitlinien für die Umsetzung einer biobasierten Kreislaufwirtschaft im Alpenraum, die entwickelt wurden, um die wichtigsten AlpLinkBioEco Ergebnisse für Entscheidungsträger und andere interessierte Akteure zu visualisieren.

3) Kleine und mittlere Unternehmen.

Seiten-Adresse: https://www.bio-pro.de/presse/pressemitteilungen/joint-masterplan-zur-biooekonomie-der-alpenmakroregion-vorgestellt