EU-Projekt „AlpLinkBioEco“ mit Beteiligung der BIOPRO erfolgreich gestartet

Die Regionen des Alpenraums besser zu vernetzen und dabei stärker auf biobasierte und zirkuläre Wertschöpfungsketten zu bauen, ist das Ziel des Interreg Alpine Space Projektes „AlpLinkBioEco“. Daran arbeitet die BIOPRO in einem Konsortium zusammen mit 13 weiteren europäischen Partnern aus Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Slowenien.

Der Alpenraum ist innerhalb Europas ein einzigartiger, facettenreicher Raum. Ob als Lebensraum für knapp 70 Millionen Menschen, als kulturhistorisch bedeutender Siedlungsraum, als Transitkorridor für europäische Verkehrsströme, als Urlaubsziel für Millionen Menschen und nicht zuletzt als einzigartiger Naturraum: Hier spiegeln sich globale Entwicklungen wie in einem Brennglas wider. Er kann als Modell für Fragen dienen, die den Klimawandel, den demografischen Wandel oder die Energiesicherheit der Zukunft betreffen. Lösungen für diese drängenden Fragen sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden. So setzt die Kohäsionspolitik der Europäischen Union (EU) darauf, regionale Antworten auf globale Herausforderungen durch internationale Kooperationen zu finden.

Glossar

  • Mit Kompetenz im biologischen Sinn ist die Eigenschaft eines Bakteriums gemeint, DNA von außen aufnehmen zu können.
  • Im Elektrokardiogramm (EKG) wird die Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern registriert. Es wird durch Elektroden von Gliedmaßen und Brustwand abgeleitet und in einer Zeitachse aufgezeichnet (Elektrokardiographie). Aus dem Kurvenlauf lassen sich Aussagen zu Eigenschaften und Erkrankungen des Herzens (Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt) treffen.
  • Fossile sind aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit stammende Überreste von Tieren oder Pflanzen.
  • In einem Cluster arbeiten Unternehmen – die auch miteinander in Wettbewerb stehen können – mit weiteren Partnern aus Forschung, Wissenschaft und Verbänden in einem Wirtschaftsraum zielbezogen zusammen, um gemeinsam einen höheren Gesamtnutzen zu erzielen. Die Kombination von inhaltlicher und räumlicher Nähe der verschiedenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette eröffnet die Möglichkeit, Innovationsprozesse zu implementieren.

Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft im Einklang entwickeln

Das Konsortium trägt mit dem Projekt AlpLinkBioEco zur Lösung dieser Herausforderungen bei. Im Zentrum steht der Aufbau einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaft, gekoppelt an eine Kreislaufwirtschaft. So sollen die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen minimiert und neue innovative Wirtschaftsmodelle und Geschäftsfelder etabliert werden.

In diesem Zusammenhang haben sich am 4. und 5. Juni 2018 die 14 teilnehmenden Akteure des EU-Projektes „AlpLinkBioEco“ zum Kick-off-Meeting in Fribourg (CH) getroffen.

Im Rahmen des Projektes soll das Potenzial, das in der Vernetzung von biobasierten Wertschöpfungsketten mit anschließender Kreislaufwirtschaft liegt, besser ausgeschöpft werden. Perspektivisch soll eine Strategie formuliert werden, die die regionalen Merkmale des Alpenraums aufgreift und Grundlage eines gemeinschaftlichen Vorgehens sein wird. Ziel ist es, die Gesellschaft und Wirtschaft des Alpenraums nach den Prinzipien der Bioökonomie und der Kreislaufwirtschaft auszurichten. Im Projektzeitraum soll zunächst eine Übersicht über einzelne biobasierte Wertschöpfungsketten ausgewählter Wirtschaftszweige des Alpenraums erstellt werden. Konkret geht es dabei um die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Verpackung von Lebensmittel- und Pharmazieprodukten sowie chemische Industrie. Im Einzugsgebiet der jeweiligen Partner werden innerhalb dieser Sektoren Wertschöpfungsketten kartiert. Anschließend sollen die so gewonnenen Erkenntnisse dazu dienen, neue biobasierte und zirkuläre Wertschöpfungsketten durch eine zielgerichtete Vernetzung der bisher aktiven Akteure zu etablieren. „AlpLinkBioEco“ wird über drei Jahre mit einem Gesamtbudget von 2.036.020 € zu 85 % von der EU kofinanziert.

Die BIOPRO vernetzt AlpLinkBioEco mit anderen Projekten im Alpen- und Donauraum

Die Teilnahme der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH an „AlpLinkBioEco“ gewährleistet, dass Expertise aus weiteren EU-Projekten zum Aufbau von biobasierten und zirkulären Wertschöpfungsketten in das Projekt mit einfließt. So kann ein intensiver gegenseitiger Austausch von Akteuren über die jeweiligen Programmgrenzen hinaus stattfinden.

Im Rahmen des Projektes „DanuBioValNet“, dessen Lead-Partner die BIOPRO ist, werden mit Partnern aus den Anrainern der Donau unter anderem Methoden und Werkzeuge entwickelt, wie Unternehmen transnational miteinander vernetzt werden können. Hierzu werden Clustermanager intensiv geschult, um anschließend die Industriekooperationen zu organisieren und die Schaffung neuer Wertschöpfungsketten zu gewährleisten. In der Umsetzungsphase soll die Praktikabilität der entwickelten Methoden und Werkzeuge anhand dreier Beispiel-Wertschöpfungsketten, die über Ländergrenzen hinweg etabliert werden, getestet werden. Im Fokus stehen hier die Beispiele "Phytopharma", "Biobasierte Verpackungen" und "Nachhaltiges Bauen". Ein Strategiepapier über eine biobasierte Clusterpolitik soll final alle im Projekt gesammelten Erfahrungen zusammenfassen und Handlungsempfehlungen geben.

Das Projekt „CirculAlps“, das ebenfalls im Alpenraum lokalisiert ist, hat das Ziel, die Forstwirtschaft im Alpenraum hinsichtlich Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft zu stärken. Gemeinsam mit fünf europäischen Partnern werden regionale und schwer zugängliche Forstsysteme analysiert und bewertet. In den Analysen soll geprüft werden, inwieweit Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie einen Mehrwert für die regionale Entwicklung leisten können.

Partnerstruktur von AlpLinkBioEco

Das Projekt „AlpLinkBioEco“ läuft seit dem 17. April 2018 über einen Zeitraum von drei Jahren und wird aus Mitteln finanziert, die im Rahmen der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP), aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt werden. Lead-Partner im Projekt „AlpLinkBioEco“ ist das Plastics Innovation Competence Center (PICC) der Hochschule Fribourg. Das PICC wird aus Mitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes der Schweizerischen Eidgenossenschaft kofinanziert, die unter anderem die Teilnahme an grenzüberschreitenden EU-Projekten unterstützt. Die weiteren Projektpartner sind: Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur GmbH (Österreich), Association Club des Districts Industriels Français - France Clusters und Plastipolis (beide Frankreich), Centro di Studi Alpino di Pieve Tesino, Confindustria Lombardia, Hub Innovazione Trentino, Lombardy Green Chemistry Association (alle Italien), Ministrstvo za izobraževanje, znanost in šport (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport), Poly4Eml hosted by Anteja ECG d.o.o. (beide Slowenien) sowie BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, Chemie Cluster Bayern GmbH, ClusterAgentur Baden-Württemberg, hosted by VDI/VDE Innovation + Technik GmbH und INNONET Kunststoff TZ Horb GmbH & Co. KG.

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