Rückblick

Rekordwürdige BIO-Teilnahme in Boston

Mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde ging die BIO International Convention 2018 in Boston zu Ende. Und sie bot eine ausgezeichnete Plattform für Start-up-Unternehmen und innovative Technologie made in Baden-Württemberg. Die BIOPRO Baden-Württemberg repräsentierte den Standort und vermittelte Kompetenzen aus Baden-Württemberg an internationale Unternehmen.

25 Jahre BIO Convention – mit 18.289 Teilnehmern und 46.916 Meetings im Jahr 2018 ist die BIO International Convention das größte Business Partnering der Welt. Die nackten Zahlen zur bedeutendsten Biotechnologie-Veranstaltung sind schnell erzählt. Akesion, GeneWerk und GoSilico – eine Erfolgsgeschichte können auch die drei Start-ups erzählen. Diese absolvierten mit Unterstützung des ifex / der Initiative Start-up BW des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg ihre erste BIO-Teilnahme – gemeinsam mit der Landesgesellschaft BIOPRO Baden-Württemberg und Baden-Württemberg International, die als Aussteller Präsenz und Anlaufstelle in der Halle abbildeten. Die Start-ups konnten sich dadurch ganz auf das Partnering konzentrieren und ganz nebenbei zum Eintrag der BIO Convention in das Guinness-Buch der Rekorde beitragen.

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Mit Kompetenz im biologischen Sinn ist die Eigenschaft eines Bakteriums gemeint, DNA von außen aufnehmen zu können.
  • Aufgabe der Life Sciences ist die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen auf Basis der modernen Biotechnologie.
  • Die somatischen Gentherapie dient der Kompensation von Gendefekten. Dabei wird die korrekte Form des defekten Gen in Körperzellen eingeschleust.
  • Eine Immuntherapie ist eine Behandlungsform von Krankheiten, bei der das Immunsystem einbezogen und ausgenutzt wird. Immuntherapeutische Verfahren werden unter anderem für die Behandlung von Allergien, Krebs, Infektions- und Autoimmunkrankheiten eingesetzt.
  • Die Molekularbiologie beschäftigt sich mit der Struktur, Biosynthese und Funktion von DNA und RNA und und deren Interaktion miteinander und mit Proteinen. Mit Hilfe von molekularbiologischen Daten ist es zum Beispiel möglich, die Ursache von Krankheiten besser zu verstehen und die Wirkungsweise von Medikamenten zu optimieren.
  • Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Körperinneren. Dabei werden Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen gemacht und anschließend rechnerbasiert ausgewertet, um ein dreidimensionales Bild zu erhalten.
  • Als Target (engl.:Ziel) werden Biomoleküle bezeichnet, an die Wirkstoffe binden können. Targets können Rezeptoren, Enzyme oder Ionenkanäle sein. Die Interaktion zwischen Wirkstoff und Target löst eine Wirkstoff-Target-spezifische Reaktion aus. Die Identifikation eines Targets ist für die biomedizinische und pharmazeutische Forschung von großer Bedeutung. Erkenntnisse über spezifische Wechselwirkungen helfen grundlegende molekularbiologische Vorgänge zu verstehen und neue Angriffpunkte für Arzneimittel zu identifizieren.
  • In einem Cluster arbeiten Unternehmen – die auch miteinander in Wettbewerb stehen können – mit weiteren Partnern aus Forschung, Wissenschaft und Verbänden in einem Wirtschaftsraum zielbezogen zusammen, um gemeinsam einen höheren Gesamtnutzen zu erzielen. Die Kombination von inhaltlicher und räumlicher Nähe der verschiedenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette eröffnet die Möglichkeit, Innovationsprozesse zu implementieren.

„Für Akesion war die Teilnahme an der BIO Convention in Boston eine tolle Gelegenheit, neue Kontakte in der globalen Biotechnologie-Branche zu knüpfen und bestehende zu vertiefen. Herzlichen Dank dafür an das Team der BIOPRO, an deren Stand wir Unteraussteller sein durften und die uns vor und während der Konferenz toll unterstützt haben“, so Dr. Stephan Witte, Co-Founder der Akesion GmbH. Das junge Unternehmen entwickelt ein neuartiges Therapeutikum, das Verwachsungen nach abdominalen chirurgischen Eingriffen verhindern soll.

„Die BIO 2018 in Boston hat uns mit vielen motivierten Menschen aus aller Welt vernetzt und neue Möglichkeiten und Blickwinkel eröffnet. Wir haben neue Kunden, Kooperationspartner, Serviceprovider und Ideen mit nach Hause gebracht und freuen uns auf neue Herausforderungen“, resümierte Dr. Annette Deichmann, Geschäftsführerin der GeneWerk GmbH aus Heidelberg. Das Spin-off des DKFZ und des NCT in Heidelberg bietet seinen Kunden verschiedene, individuell zugeschnittene, hochauflösende molekulargenetische Analysen und bioinformatische Auswertungen mit Schwerpunkten im Bereich Gentherapie und immuntherapeutische Studien an.

Dr. Thiemo Huuk, Co-CEO der GoSilico GmbH aus Karlsruhe, erklärte gegenüber BIOPRO, „GoSilico entwickelt Software für die computer-basierte Entwicklung von biopharmazeutischen Produktionsprozessen. Durch die Unterstützung von BIOPRO Baden-Württemberg GmbH konnte GoSilico an der BIO International Convention 2018 in Boston teilnehmen. Dank der großartigen Unterstützung durch BIOPRO konnte GoSilico in persönlichen Treffen mit zahlreichen Pharmaunternehmen und Auftragsherstellern neue Kontakte zu zukünftigen Kunden herstellen, sowie seine Technology im Rahmen des Germany Pavilion präsentieren.“

Die Aussteller des baden-württembergischen Gemeinschaftsstandes, bestehend aus der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, Baden-Württemberg International und den drei Start-ups Akesion GmbH, GeneWerk GmbH und GoSilico GmbH, auf der BIO International Convention 2018 in Boston: (von li. nach re.) Dr. Gunnar Grah (bw-i), Dr. Barbara Jonischkeit, Caroline Ref (beide BIOPRO Baden-Württemberg), Dr. Thiemo Huuk (GoSilico), Dr. Richard Gabriel, Dr. Annette Deichmann (beide GeneWerk), Dr. Stephan Witte (Akesion). © BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Als Innovationsgesellschaft für die Life Sciences in Baden-Württemberg nutzte die BIOPRO Baden-Württemberg die Messe, um Kontakte für baden-württembergische Unternehmen und Forschungseinrichtungen anzubahnen, die selbst nicht vor Ort vertreten waren. Schwerpunkt der Anfragen bei der BIOPRO waren sehr spezifische Suchen nach Kompetenzen aus Baden-Württemberg in unterschiedlichen Feldern, zu denen die BIOPRO Kontakte herstellen wird.

„Für uns war die Messezeit sehr intensiv und erfolgreich. Internationale Pharma- und Life-Science-Unternehmen kamen mit sehr genauen Angaben und Wünschen auf uns zu. Damit können wir nun auch sehr spezifisch den Zugang zu unserem baden-württembergischen Netzwerk ermöglichen und eine Kooperationsanbahnung im Nachgang unterstützen“, fassten Dr. Barbara Jonischkeit und Caroline Ref von der BIOPRO ihre Eindrücke kurz zusammen. „Über den seit einigen Jahren möglichen Zugang zum Partnering für die Aussteller wurden wir sehr gezielt angesprochen. Zusätzlich zu den im Vorfeld vereinbarten Treffen gab es auch noch viele weitere Anfragen über die drei Messetage. Damit hat die BIO für uns an Attraktivität wieder deutlich gewonnen.“ Auch Dr. Gunnar Grah, der für Baden-Württemberg International nach Boston reiste, blickte positiv auf die BIO zurück: „Die BIO war aus Sicht von bw-i ein großer Erfolg. Mehrere Firmen mit Interesse an einer Ansiedlung konnten sich an unserem Stand über Baden-Württemberg und seine Stärken als Biotechnologie-Standort informieren. Darüber hinaus haben die vielen Gespräche mit Repräsentanten verschiedener Cluster und Unternehmen gute Anhaltspunkte geliefert, welche Regionen auf der Welt für zukünftige Internationalisierungsaktivitäten von bw-i ein großes Potenzial aufweisen.“

Als Angebot für die Gründer organisierten Baden-Württemberg International und die BIOPRO Baden-Württemberg am 2. Messetag ein Treffen mit dem German Accelerator Life Sciences, der Start-ups bei den Vorbereitungen für den Markteintritt in die USA unterstützt.

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