Faszination Forschung: MTZ®-BIOPRO Schülerpreisträger 2009

Die Abiturnoten stehen fest und somit auch die diesjährigen Preisträger des MTZ®-BIOPRO Schülerpreises. Wie schon im letzten Jahr konnten sich die Abiturienten mit den besten Leistungen im Profilfach Biotechnologie an den beruflichen Gymnasien in Baden-Württemberg über eine Auszeichnung freuen.

Angela Schmidt, Preisträgerin der Justus-von-Liebig Schule Aalen: "Die naturwissenschaftlichen Fächer mochte ich schon immer lieber als andere. Für das biotechnologische Gymnasium habe ich mich entschieden, weil Biotechnologie sich für mich viel versprechend und zukunftorientiert anhörte." © privat

An den berufsbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg erhalten die Schüler die Möglichkeit, schon während der Oberstufe Profilfächer zu belegen, die sich an Inhalten der späteren Ausbildung bzw. eines Studiums im jeweiligen Gebiet orientieren. Das Profilfach Biotechnologie ermöglicht es Schülern mit besonderem Interesse an den Lebenswissenschaften, vertiefende Kenntnisse auf diesem Gebiet zu erlangen. Die Neugier darauf, wie Leben "funktioniert", war ein Grund für die Preisträgerin Katharina Hirtz das Abiturfach Biotechnologie zu wählen: „Ich habe mich schon seit langem für Naturwissenschaften, insbesondere für die Medizin und die Stoffwechselvorgänge in der Zelle, sehr interessiert. Mit dem Biotechnologischen Gymnasium (BTG) bot sich mir die Möglichkeit mich noch näher mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen.“   
Aber auch der Wunsch, sich zu aktuellen gesellschaftlichen Themen eine eigene, wissensfundierte Meinung bilden zu können, war für die Schüler ein Grund für ihre Entscheidung, auf ein Biotechnologisches Gymnasium zu wechseln. Für Anna Kiebler aus Rottweil gaben diese Überlegungen mit den Ausschlag für ihre Schulentscheidung:
"Biotechnologie sprach mich sehr an, da Themen wie Gentechnik und Reproduktionsbiologie oft diskutiert werden und ich wissen wollte, was genau dahinter steckt."

Die Praxis kommt nicht zu kurz

Fabian Gräßle, Preisträger an der Johanna-Wittum Schule Pforzheim, neben seiner Fachlehrerin Frau Fiedler (links) und der Abteilungsleiterin Frau Allgaier-Scheibe. © Michael Kiefer

Das Besondere am Fach Biotechnologie ist, dass die Schüler neben den theoretischen Lerninhalten auch schon praktische Laborerfahrungen sammeln können. Molekularbiologische Experimente sind feste Bestandteile des Lehrplanes und werden von den Schülern sehr geschätzt. Angela Schmidt, Preisträgerin der Justus-von-Liebig-Schule Aalen, fasst zusammen, was viele Preisträger besonders lobten: "Am Besten gefallen hat mir die Umsetzung der Theorie in die Praxis im Biotechnologie-Praktikum. Ob man theoretisch weiß, wie man einen genetisch veränderten Organismus erzeugt oder ob man tatsächlich einen E.Coli Stamm transformiert, damit er GFP produziert, macht einen großen Unterschied. Natürlich funktioniert nicht alles immer so, wie es sollte, aber das gehört dazu. Und so lernt man, worauf zu achten ist. Unterricht aus dem Buch kann das nicht und die Praktika in den Labors mit Sicherheitsstufe 1 heben das BTG von anderen Gymnasien ab."

Biotechnologie bleibt auch zukünftig spannend

Virginia Schnepf: "Am 1. September 2009 werde ich eine Berufsausbildung zur Pharmakantin beginnen, die mir ermöglichen wird, praktisch in der Pharmaziebranche mitzuarbeiten. Momentan setze ich mir das Ziel, nach der dreijährigen Ausbildung und weiterer Berufserfahrung, das Studium Biotechnologie oder ähnliches zu absolvieren, um das praktisch Erlernte in der (zum Beispiel) Entwicklung anzuwenden." © privat

"Das Besondere an der Biotechnologie, die ich in den drei Jahren kennen gelernt habe, ist für mich, dass man auf diesem Gebiet der Naturwissenschaften nie auslernt. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, die das „Altbewährte“ ergänzen oder gar vollständig widerlegen. Die Fragen, wie man Krebs effizient besiegen kann oder warum bestimmte DNA-Sequenzen mehrfach aufeinanderfolgen, sind bis heute noch nicht zu 100% geklärt. Da ich in den drei Jahren immer wieder auf solche Fragen gestoßen bin, ist es spannend zu erfahren, wann es Antworten darauf geben wird", beschreibt Virginia Schnepf ihre Faszination an den Lebenswissenschaften.
Die Neugier auf das Abenteuer Forschung zu wecken und gleichzeitig die Schwierigkeiten des Laboralltags aufzuzeigen sind wichtige Anliegen der Biotechnologischen Gymnasien. Auf diese Weise soll gezielt der Nachwuchs an die Zukunftsbranche Biotechnologie, ebenso wie an die angrenzenden Fachgebiete Medizin, Medizintechnik, Pharmazie und weitere verwandte Gebiete herangeführt werden. Dass dies ein gelungener Ansatz ist, zeigen nicht zuletzt die schon sehr konkreten Berufs- und Studienwünsche der Preisträger. Biomedical Sciences, Molekulare Biotechnologie, Molekularbiologe, Biotechnologie, Molekulare Zellbiologie, Biochemie sowie die Ausbildung zur Pharmakantin wurden von den Preisträgern als nächster Schritt auf dem Weg ins Berufsleben genannt.

Dies ist auch ganz im Sinne der Stifter des MTZ®-BIOPRO Schülerpreises. Dieser wurde 2008 gemeinsam von der MTZ®stiftung und der BIOPRO Baden Württemberg GmbH zum ersten Mal verliehen. Der Preis würdigt die schulischen Leistungen der Preisträger und soll auch zukünftige Abiturienten getreu dem Motto „Leistung motivieren – Zukunft gestalten“ frühzeitig zu herausragenden Leistungen anspornen. Vor Allem soll der Preis jedoch zu einer beruflichen Laufbahn in den Lebenswissenschaften motivieren. Und vielleicht ist unter den heutigen Schülerpreisträgern ja auch ein zukünftiger Gewinner eines MTZ®-Awards für herausragende Nachwuchswissenschaftler.


Die MTZ®-BIOPRO Schülerpreisträger 2009

Tine AlbrechtEdith-Stein-Schule Ravensburg
Kevin BaßlerHaus-und Landwirtschaftl. Schule, Biotechn.Gym. Offenburg
Georg BöingMarie-Baum-Schule Heidelberg
Helen FoxMathilde-Weber-Schule Tübingen
Julia GeigerAlbert-Schweitzer-Schule Villingen-Schwenningen
Viola GoebelValckenburgschule Ulm
Fabian GräßleJohanna-Wittum-Schule Pforzheim
Katharina HirtzDroste-Hülshoff-Schule Friedrichshafen
Thorsten KaltenbacherJustus-von-Liebig-Schule Waldshut-Tiengen
Anna KieblerKaufmännische und Sozialpflegerische Schule Rottweil
Lukas KlummpBertha-von-Suttner-Schule Ettlingen
Mario KrespachMildred-Scheel-Schule Böblingen
Annalena LeuchtSibilla-Egen-Schule Schwäbisch Hall
Anna PallaskeMatthias-Erzberger-Schule Biberach
Martin RöhrenbachFritz-Erler-Schule Tuttlingen
Jeremias SiboldMerian Schule Freiburg
Natalie SchindlerHauswirtschaftliche Schule, Biotechn. Gym. Albstadt
Angela SchmidtJustus-von-Liebig-Schule Aalen
Daniel SchnepfKäthe-Kollwitz-Schule Bruchsal
Virginia SchnepfAnne-Frank-Schule Rastatt
Sebastian SteinhauserChristiane-Herzog-Schule Heilbronn
Madeleine WecklerMathilde-Planck-Schule Lörrach
Daniel WehrleMettnau-Schule Radolfzell
Sabrina WildKäthe-Kollwitz-Schule Esslingen
Astrid WoernerHelene-Lange-Schule Mannheim

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS / DNA) trägt die genetische Information. In den Chromosomen liegt sie als hochkondensiertes, fadenförmiges Molekül vor.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Gentechnik ist ein Sammelbegriff für verschiedene molekularbiologische Techniken. Sie ermöglicht, DNA-Stücke unterschiedlicher Herkunft neu zu kombinieren, in geeigneten Wirtszellen zu vermehren und zu exprimieren.
  • Für den Begriff Organismus gibt es zwei Definitionen: a) Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren und selbstständig, d. h. ohne fremde Hilfe, zu existieren (Mikroorganismen, Pilze, Pflanzen, Tiere einschließlich Mensch). b) Legaldefinition aus dem Gentechnikgesetz: „Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren oder genetisches Material zu übertragen.“ Diese Definition erfasst auch Viren und Viroide. Folglich fallen gentechnische Arbeiten mit diesen Partikeln unter die Bestimmungen des Gentechnikgesetzes.
  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Die Zytologie oder auch Zellbiologie ist eine Disziplin der Biowissenschaften, in der mit Hilfe mikroskopischer und molekularbiologischer Methoden die Zelle erforscht wird, um biologische Vorgänge auf zellulärer Ebene zu verstehen und aufzuklären.
  • Molekular bedeutet: auf Ebene der Moleküle.

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS / DNA) trägt die genetische Information. In den Chromosomen liegt sie als hochkondensiertes, fadenförmiges Molekül vor.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Gentechnik ist ein Sammelbegriff für verschiedene molekularbiologische Techniken. Sie ermöglicht, DNA-Stücke unterschiedlicher Herkunft neu zu kombinieren, in geeigneten Wirtszellen zu vermehren und zu exprimieren.
  • Für den Begriff Organismus gibt es zwei Definitionen: a) Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren und selbstständig, d. h. ohne fremde Hilfe, zu existieren (Mikroorganismen, Pilze, Pflanzen, Tiere einschließlich Mensch). b) Legaldefinition aus dem Gentechnikgesetz: „Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren oder genetisches Material zu übertragen.“ Diese Definition erfasst auch Viren und Viroide. Folglich fallen gentechnische Arbeiten mit diesen Partikeln unter die Bestimmungen des Gentechnikgesetzes.
  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Die Zytologie oder auch Zellbiologie ist eine Disziplin der Biowissenschaften, in der mit Hilfe mikroskopischer und molekularbiologischer Methoden die Zelle erforscht wird, um biologische Vorgänge auf zellulärer Ebene zu verstehen und aufzuklären.
  • Molekular bedeutet: auf Ebene der Moleküle.
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