Aufbau eines landesweiten Netzwerks Umwelttechnologie

Das Wirtschaftsministerium fördert den Aufbau des landesweit tätigen Netzwerks Umwelttechnologie durch den Verein Plattform Umwelttechnik e.V. aus EFRE-Mitteln. Die BIOPRO Baden-Württemberg ist Teil des Netzwerks und wird insbesondere das Entwicklungspotenzial der Biotechnologie für den baden-württembergischen Umweltsektor erschließen.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister © Wirtschaftsministerium BW

Das Wirtschaftsministerium informierte am 14.12.2010 in einer Pressemeldung über Förderung des Netzwerks:

„Zum Aufbau eines landesweiten Netzwerkes Umwelttechnologie hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg dem Verein Plattform Umwelttechnik e.V. (PU e.V.) mit Sitz in Ostfildern einen Zuschuss in Höhe von 182.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Strukturfonds für regionale Entwicklung (EFRE) bewilligt." Dies teilte Wirtschaftsminister Ernst Pfister in Stuttgart mit. Im Verein PU e.V. haben sich insgesamt 15 Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft mit Bezug zur Umwelttechnik zusammengeschlossen.

Die PU e.V. erhielt den Zuschlag im Rahmen eines Wettbewerbs des Wirtschaftsministeriums. Gesucht wurden die besten Ideen zum Aufbau eines Netzwerks im Bereich der Querschnittsbranche Umwelttechnik. Auf der Grundlage ihrer zum Wettbewerb eingereichten Projektskizze hat die PU e.V. dann einen konkreten Förderantrag gestellt.

Umwelttechnologie als Motor für Wachstum und Beschäftigung

„Die Zukunftsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft wird auch von der Entwicklung der Umwelttechnologie im Land abhängen", erklärte Ernst Pfister. Mit einem prognostizierten weltweiten Wachstum von jährlich 6,5 Prozent besitzt die Umwelttechnologie das Potenzial, neue zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen." Mit innovativen Produkten und Verfahren zur Steigerung der Material- und Energieeffizienz könne zudem die Wettbewerbsfähigkeit ressourcenintensiver traditioneller Branchen erhöht werden. Baden-Württemberg nehme in Deutschland in der Umwelttechnologie aufgrund der hohen Konzentration von Forschungseinrichtungen und Umwelttechnikunternehmen eine Spitzenstellung ein.

Ziel des Vorhabens der PU e.V. ist es, mit Hilfe eines professionellen Netzwerkmanagements und durch die Umsetzung eines umfassenden Maßnahmenkatalogs die Innovationspotenziale dieser Querschnittsbranche entlang der Wertschöpfungskette zu nutzen und weiter zu entwickeln. „Über eine verstärkte Zusammenarbeit der Unternehmen untereinander sowie von Wirtschaft und Wissenschaft können vorhandene Innovationspotenziale noch besser und vor allem schneller erschlossen werden", so der Minister.

Landesnetz und Technologie- und Innovationszentrum als Säulen der Initiative "Baden-Württemberg als Umweltinnovationslabor Europas"

Das im Juli 2010 vorgestellte Gutachten von McKinsey und dem Institut für angewandte Wirtschaftsforschung e.V. zu den wirtschaftlichen und technologischen Perspektiven Baden-Württembergs bis zum Jahr 2020 macht die Bedeutung der Umwelttechnologie und der Ressourceneffizienz für die baden-württembergische Wirtschaft deutlich. Das Landesnetzwerk Umwelttechnologie, das nun aufgebaut wird, ist neben dem im Aufbau befindlichen Technologie- und Innovationszentrum Umwelttechnik Baden-Württemberg eine der beiden wichtigen Säulen der Landesinitiative „Baden-Württemberg als Umweltinnovationslabor Europas".

„Die Förderung des Auf- und Ausbaus landesweiter Netzwerke ist Bestandteil der Cluster- und Netzwerkstrategie des Landes, mit der das Wirtschaftsministerium den Standort für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts fit machen will", so Ernst Pfister. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg könne nur erhalten und ausgebaut werden, wenn Wissen frühzeitig in die Unternehmen geholt und im Rahmen von strategischen Allianzen mit den Wettbewerbern geteilt und flexibel in die wirtschaftliche Nutzung übernommen werden".


Die Aktivität der BIOPRO innerhalb des Netzwerks

Mikroorganismen spielen bei der Beseitigung von Schadstoffen eine entscheidende Rolle. Insbesondere durch Einbeziehung moderner Techniken aus Molekular- und Systembiologie kann die Umwelttechnologie eine deutliche Leistungssteigerung erfahren. © Dr. A. Schwaiger (Universität zu Köln)

Die Biotechnologie ist eine klassische Querschnittstechnologie, die neben der Biologie auch Disziplinen wie Physik, Chemie und Verfahrenstechnik umfasst. Im Umweltschutz vereinigt die Biotechnologie vor allem das Wissen aus der Bioprozesstechnik, der angewandten Mikrobiologie und den angewandten Ingenieurwissenschaften. Dabei ist sie als „Umwelt-Biotechnologie" eine etablierte Fachdisziplin, die aus dem modernen Umweltschutz nicht mehr wegzudenken ist und die den Umwelttechnologien zu einer deutlichen Leistungssteigerung verhelfen wird.

Die BIOPRO Baden-Württemberg wird innerhalb des Netzwerks dieses Entwicklungspotenzial durch gezielte Maßnahmen erschließen. Spezifische Aktionsfelder sind unter anderem der Innovationssupport durch die Maßnahme SYNPRO sowie die Bereitstellung eines Wissensmanagement-Systems.

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