Rückblick: Produktideen für die Bioökonomie konstruktiv-kritisch diskutiert

Der Name hielt, was er versprach. Der Intensivworkshop „Neue Produkte für die Bioökonomie“ war ideenreich und intensiv. In vier Stunden wurden einige Produktideen kritisch diskutiert. Nun folgen die Anträge für den gleichnamigen Wettbewerb.

Teilnehmer des Intensivworkshops „Neue Produkte für die Bioökonomie“ diskutieren in einer kleinen Gruppe. © BIOPRO

Es sieht ganz gut aus für die Bioökonomie. Offensichtlich, das zeigte der Intensivworkshop, bestehen viele Ansätze, um aus Biomasse Werte zu schaffen. Einerseits gibt es aus der klassischen biotechnologischen Perspektive die Möglichkeit, neue Prozesse zu entwickeln und zu etablieren. Andererseits besteht die Option, aus Biomasse Produkte herzustellen. Beide Wege wurden beim Intensivworkshop „Neue Produkte für die Bioökonomie“, der am 13. Juli 2016 in Stuttgart stattfand, verfolgt.

Der Wettbewerb ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und findet vorerst zum letzten Mal statt. Ob er fortgeführt wird, hängt davon ab, welche Schwerpunkte in der Bioökonomie auf Bundesebene künftig gesetzt werden. Die aktuelle Bioökonomiestrategie läuft zum Jahresende aus.

Sparring für Ideen

Die BIOPRO hat den Intensivworkshop initiiert, um potenziellen Antragstellern des Wettbewerbs eine Art Sparringsrunde zu bieten, in der sie ihre Ideen noch einmal auf den Prüfstand stellen konnten. In drei Runden wurden neun Ideen präsentiert und jeweils 45 Minuten lang in Kleingruppen konstruktiv-kritisch diskutiert. Ziel war, den Ideengebern zusätzliche Impulse und Blickwinkel zu geben, die in den Antrag einfließen könnten.

Sowohl auf Prozess- als auch auf Produktseite gab es vielversprechende Ideen. Sie sollen an dieser Stelle nicht im Einzelnen vorgestellt werden, da der Wettbewerb noch läuft.

Industrie zeigt Interesse

Teilnehmer des Intensivworkshops beim Gespräch. © BIOPRO

Manche der Ideen weckten bereits die Aufmerksamkeit der Industrie. Rainer Fischer, Leiter in der Entwicklung bei den fischerwerken, verfolgte die Diskussionen und zeigte an zwei Ideen Interesse. Für die Wissenschaftler war der Austausch mit dem Industrievertreter wertvoll, denn Fischer gab viele Tipps aus Sicht eines Unternehmens. Die Tatsache, dass eine Idee technisch realisiert werden kann, bedeutet noch lange nicht, dass sie zum Produkt taugt. Diesen Status erreicht eine Idee erst, wenn sie Kunden findet, also Leute, die bereit sind, dafür zu bezahlen.

Bei der einen oder anderen Idee stellte sich jedoch heraus, dass der Ideenwettbewerb nicht das geeignete Format ist. Da jedoch im Vorfeld des Intensivworkshops auch die BMBF-Ausschreibung „Maßgeschneiderte biobasierte Inhaltsstoffe für eine wettbewerbsfähige Bioökonomie“ ins Programm aufgenommen wurde, hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Idee im Hinblick auf eine Teilnahme an dieser Ausschreibung zu diskutieren. Für komplexere Produktideen, die eher in Konsortien bearbeitet werden sollten, scheint sie geeigneter zu sein.

Entscheidung über erste Runde im Oktober

Die BIOPRO bietet für die Teilnehmer des Workshops noch eine Vorabbegutachtung an. Sie können ihre Ausarbeitungen für den Ideenwettbewerb einer Jury aus Industrievertretern vorlegen und anhand einer einfachen Matrix bewerten lassen. Daraus ergeben sich für den Feinschliff der Anträge möglicherweise noch weitere Anhaltspunkte.

Spätestens am 15. August 2016 müssen die Wettbewerbsbeiträge beim Projektträger abgegeben sein. Voraussichtlich im Oktober fallen die Entscheidungen, welche Ideen in die Sondierungsphase kommen. Dort können die Ideen weiter ausgearbeitet und insbesondere die technische Umsetzung detailliert geplant werden. Wer mit den Ergebnissen aus der Sondierungsphase die Entscheidungsträger erneut überzeugt, kann anschließend in der Machbarkeitsphase mit weiteren Fördermitteln sein Produkt ausarbeiten.

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