Rückblick Meet & Match "Novel in-vitro models for drug discovery and toxicity testing"

Am 1. Juli 2015 trafen sich rund 60 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Veranstaltung „Novel in-vitro models for drug discovery and toxicity testing“ in Karlsruhe. Das 11. Meet & Match wurde von der BIOPRO Baden-Württemberg gemeinsam mit dem französischen Partner Alsace BioValley durchgeführt.

Ann-Kristin Fiala (vorne) von der BIOPRO Baden-Württemberg und Mona Boyé (hinten) von Alsace BioValley begrüßten die Teilnehmer des Meet & Match und führten durch das Programm. © BIOPRO

Das Programm der Veranstaltung enthielt acht Keynotes und eine „Short Presentation Session" sowie ausreichend Zeit für das Networking der Teilnehmer.

Die erste Keynote hielt Dr. Manfred Schmolz, der die „Human Organotypical Cell Culture Models" der Firma HOT Screen aus Reutlingen vorstellte. Diese Kokulturen für verschiedene Organtypen würden die Lücke zwischen In-vitro-Test und In-vivo-Test verringern, wobei es bei der Entwicklung der Kokulturen darauf ankäme, die Balance zwischen Komplexität, Kontrollierbarkeit und Reproduzierbarkeit zu finden.

Dr. Ulf Nehrbass, Koordinator des Deutsch-Französischen Projekts KSILINK aus Straßburg, erklärte im Anschluss das Ziel von KSILINK: die Wirkstoffforschung und -entwicklung zu beschleunigen. In Kooperationsprojekten, die am Klinikbedarf orientiert sind, werden über In-vitro-Modelle und bildgebende Verfahren targetunabhängige Wirkstoffscreenings realisiert.

Das 2011 gegründete Unternehmen Anagenesis Biotechnologies aus Illkirch in Frankreich war durch Dr. Melissa Guyot vertreten. Sie präsentierte ein In-vitro-Testsystem mit induzierten pluripotenten Stammzellen zur Entwicklung neuer Therapieansätze für degenerative Muskelerkrankungen.

Letzter Keynote-Speaker am Vormittag war Prof. Dr. Gert Fricker von der Universität Heidelberg. Er gab eine Einführung in die der Blut-Hirn-Schranke zugrundeliegenden Transportmechanismen und stellte verschiedene In-vitro-Modelle vor, die dazu dienen, die Aufnahme von Medikamenten ins Gehirn zu testen.

In kurzen Präsentationen stellten sich die Teilnehmer vor

Im Anschluss an eine Kaffeepause mit ersten Kontaktaufnahmen folgte die „Short Presentation Session". Hier hatten nun auch die Teilnehmer die Möglichkeit, sich und ihr Unternehmen oder Forschungsinstitut in zwei Minuten kurz vorzustellen und in der großen Runde anzusprechen, an welchen Themen sie arbeiten und wo Kooperationen angestrebt werden. Diese kurzen Präsentationen ermöglichten es, in der folgenden Mittagspause sowie beim Get-together in Anschluss an die Veranstaltung gezielter auf andere Teilnehmer zuzugehen und Kontakte zu knüpfen, wenn mögliche Kooperationen und Themenüberschneidungen erkennbar wurden. In der Mittagspause zeigte sich deutlich der Erfolg dieses Konzepts. Die Teilnehmer des Meet & Match waren in rege Diskussionen vertieft und vernetzten sich gezielt mit denen, die sich in den kurzen Präsentationen als vielversprechende Partner herausgestellt hatten.

Die Teilnehmer des Meet & Match knüpften während der Pausen und beim Get-together interessante Kontakte. Hilfreich dafür waren die Zwei-Minuten-Präsentationen, in denen Teilnehmer am Vormittag ihr Unternehmen oder ihre Forschungseinrichtung vorstellen konnten. © BIOPRO

Dem Networking in der Mittagspause folgten weitere vier Keynotes

Dr. Vincent Flacher von der Universität Straßburg präsentierte seine Arbeiten in einer Keynote am Nachmittag. © BIOPRO

Dr. Vincent Flacher vom Institute de Biologie Moléculaire et Cellulaire der Universität Straßburg präsentierte ein dort entwickeltes immunkompetentes, vaskularisiertes und innerviertes Hautmodell. Flacher betonte auch die Bedeutung von In-vitro-Modellen für die personalisierte Medizin. Die Verwendung von Immunstammzellen oder Neuronen von Patienten könnten zukünftig personalisierte In-vitro-Studien ermöglichen.

Technischer wurde Jonas Lehmann von der Venneos GmbH aus Stuttgart. Er stellte erstmals das zukünftige Produkt der Firma vor: ein Bildgebungssystem zur Zellanalyse, basierend auf einem Halbleiter-Chip, auf dessen Oberfläche jede Art lebender Zellen anhaften kann. Über Spannungsänderungen können so die Reaktionen lebender Zellen auf Substanzen und Wirkstoffe sichtbar gemacht werden.

Dr. Lysiane Richert von der Firma KaLy-Cell SARL aus Plobsheim in Frankreich stellte interessante Studienergebnisse vor, aus denen hervorgeht, dass die Transkriptome von intakter menschlicher Leber und von Zellkulturen wenig miteinander gemein haben. Anders scheint es bei frisch aufgetauten kryokonservierten Leberzellen zu sein, deren Transkriptom dem der intakten Leber sehr ähnlich sei. Richerts Botschaft war, nicht aus den Augen zu verlieren, dass Zellen in Kultur ihre Eigenschaften verändern.

Dr. Ute Schepers vom Gründungsprojekt VasQlab stellte ein Body-on-a-chip-System vor. © BIOPRO

Zuletzt präsentierte Dr. Ute Schepers vom Gründungsprojekt VasQlab. Schepers entwickelt mit ihrem Team vaskularisierte, 3D-gedruckte Organmodelle für ein Body-on-a-chip-System. Sie wies nochmals darauf hin, dass Versuche am Tiermodell oft zu Fehleinschätzungen führen und nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind.

Gegen halb vier bot sich den Teilnehmern die abschließende Möglichkeit zur Kooperationsanbahnung beim Get-together. Dieses wurde von vielen noch ausgiebig genutzt.


Informationen zu künftigen Meet & Match Veranstaltungen und weiteren Events erhalten Sie über unsere Veranstaltungsankündigungen oder über unseren Newsletter. Für Themenvorschläge sind wir jederzeit offen: Sollten Sie ein spannendes Thema für ein Meet & Match Event im Bereich der Life Sciences haben, freuen wir uns über Ihre Vorschläge an fiala(at)bio-pro.de.

Seiten-Adresse: https://www.bio-pro.de/de/presse/fachbeitraege/rueckblick-meet-match-novel-in-vitro-models-for-drug-discovery-and-toxicity-testing/