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Das Heidelberger Biotech-Unternehmen ELARA Pharmaceuticals entwickelt Wirkstoffe zur Behandlung von Krebskrankheiten, die sowohl den Hypoxie-Signalweg inhibieren als auch Apoptose induzieren. Der am weitesten fortgeschrittene Wirkstoffkandidat richtet sich gegen das Multiple Myelom, eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen des Immunsystems.
Das Multiple Myelom gehört als eine von zahlreichen Untergruppen der malignen Lymphome, der Krebsarten des lymphatischen Systems, zur Gruppe der langsam wachsenden Non-Hodgkin-Lymphome. Die Erkrankung entsteht aus der bösartigen Veränderung von Plasmazellen, die im gesunden Zustand aus B-Lymphozyten heranreifen und Antikörper, zum Beispiel gegen Viren und Bakterien, produzieren. Myelomzellen erzeugen ebenfalls in großen Mengen Antikörper oder Fragmente davon, die jedoch funktionslos und daher für die Infektionsabwehr untauglich sind (sogenannte Paraproteine). Die unkontrollierte Vermehrung der Myelomzellen im Knochenmark beeinträchtigt oder verhindert die Reifung gesunder Blutzellen, was zu Infektionsanfälligkeit, Blutarmut und Leistungsverlust führt. Außerdem kommt es leicht zu schmerzhaften Knochenbrüchen, weil die Myelomzellen Stoffe produzieren, die den Knochen angreifen und den Kalziumhaushalt stören. Die Ablagerung der Paraproteine in den Nieren hat oft eine Niereninsuffizienz zur Folge.
Die genauen Ursachen der Entstehung des Multiplen Myeloms sind noch unbekannt. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 3.000 Menschen daran. Damit ist es zwar im Vergleich mit Karzinomen wie Lungen-, Brust- oder Dickdarmkrebs eher selten, gleichwohl aber unter den malignen Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems die zweithäufigste. Gegenwärtig besteht die Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom - abhängig vom körperlichen Allgemeinzustand und Art und Schwere der durch den Krebs ausgelösten Komplikationen - standardmäßig aus einer konventionellen Induktions-Chemotherapie, an die sich eine intensivere Chemotherapie zur Blutstammzellgewinnung und eine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation anschließt. Durch die Entwicklung spezifisch gegen das Multiple Myelom gerichteter Therapeutika wie ELARAs EL 101 erhofft man sich eine gezielte, nebenwirkungsarme Behandlungsmöglichkeit und eine wesentliche Erweiterung des heute verfügbaren Therapiespektrums.

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