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13.08.2007

Bio-Protect: Mit natürlichen Feinden Geld verdienen

Im modernen Pflanzenschutz verliert die chemische Keule an Schlagkraft. Die Gründe: rechtliche und ökologische Beschränkungen, zunehmende Resistenzen und fehlende Rezepte gegen hartnäckige Erreger. Die Antwort: biologische Mittel, die mit den Stärken der Natur gegen deren Tücken kämpfen. In diesem entwicklungsintensiven Geschäft mausert sich die Konstanzer Firma Bio-Protect vom innovativen Forschungspionier zum erfolgreichen Market Player.

Die bio-protect GmbH firmiert seit März 2012 unter dem Namen bio-ferm Research GmbH.

Pilze und Bakterien sind kleine Erreger mit großen Folgen, die schnell eine ganze Apfel- oder Zwetschgenernte zerstören können. Selbst wenn das Obst schon vom Baum gepflückt wurde, lauern noch Gefahren bei Transport und Lagerung. Hier sollen Pflanzenschutzmittel helfen, Krankheiten oder Lagerfäule zu verhindern. Doch die synthetischen Chemikalien sind oft ökologisch und toxikologisch bedenklich und dürfen deshalb nur in gewissen Zeiträumen eingesetzt werden. Manche Erreger entwickeln Resistenzen und gegen andere ist schlichtweg noch kein Kraut gewachsen.

Gegen Risiken - ohne Nebenwirkungen

Apfelblüte nach dem Einsatz der Pflanzenstärkungsmittel: kein Schädlingsbefall (Foto: Bio-Protect)
Apfelblüte nach dem Einsatz der Pflanzenstärkungsmittel: kein Schädlingsbefall (Foto: Bio-Protect) 
An dieser Stelle kommen die innovativen Produkte von Bio-Protect ins Spiel. Sie basieren auf dem bestechenden Gedanken, natürliche Feinde mit natürlichen Substanzen zu verdrängen. Natürliche Mikroorganismen werden von Bio-Protect ganz gezielt eingesetzt – zum Beispiel in der Blüte, wenn der Feuerbrand zuschlägt, oder kurz vor der Ernte und bei starken Regenfällen, wenn Fäule droht. Das biologische Gleichgewicht wird dadurch nicht gestört, weil sich die kurzzeitig höhere Konzentration der nützlichen Mikroorganismen schnell wieder den natürlichen Gegebenheiten anpasst.

Aus der Schublade auf die Obstwiese

Biologischer Pflanzenschutz ist mehr als eine sinnvolle Ergänzung. „Gegen den Feuerbrand ist unser Mittel bislang die einzig wirksame Alternative zum Antibiotikum Streptomycin", so Dr. Stefan Kunz von Bio-Protect. Der Name des Mittels: BlossomProtect. Seine Geschichte: eine lange. Der Wirkstoff aus Hefestämmen wurde an der Universität Konstanz bereits 1990 isoliert. Dann liefen die Forschungsgelder aus und der Mikroorganismus landete in der Gefrier-Schublade. Fast zehn Jahre später griff Kunz das Forschungsergebnis wieder auf und es dauerte noch einmal sechs Jahre, bis aus dem Wirkstoff ein marktfähiges Produkt wurde.

Zulassung ist Wachstumshürde

Die Produktentwicklung in der Testanlage an der Uni Konstanz und anschließend im Freilandversuch ist jedoch nicht die einzige Phase, die ein Unternehmen überstehen muss, bevor es erste Einnahmen erzielen kann. Auch wenn es sich bei den Produkten von Bio-Protect um Pflanzenstärkung und nicht um Pflanzenschutz handelt, war die Zulassung sehr langwierig. „Die Behörden wussten einfach nicht, wie sie mit einem solchen Mikroorganismus umgehen sollten.“ Kunz erinnert sich an drei lange Jahre Zulassungsverfahren. „Die kannten bisher nur die chemischen Produkte. Mit unseren Nachfolgeprodukten geht es inzwischen schneller.“

Neue Wirkstoffe brauchen zehn Jahre

Alle Produkte von Bio-Protect basieren auf dem gleichen Wirkstoff, und es sollen weitere Produkte aus dieser stärkenden Hefe gewonnen werden. Durch unterschiedliche Zusätze, etwa Milchpulver oder Säure, wird die Grundsubstanz verändert, um auch bei anderen Obstsorten vor Pilzen oder Bakterien zu schützen. Dennoch weiß Kunz, dass man auf einem Bein schlecht steht. „Wenn der eine Wirkstoff aus irgendeinem unvorhersehbaren Grund nicht mehr eingesetzt werden kann, steht man schnell mit leeren Händen da.“

Da passt es gut, dass Bio-Protect ihre Testsysteme auch für Resistenztests und für die Entwicklungen anderer Anbieter zur Verfügung stellt. So weiß Kunz immer, wo aufgrund der Resistenzentwicklung Lücken entstehen und was sich in der Entwicklung neuer Präparate tut. Um einen neuen Wirkstoff zu isolieren und zu einem marktreifen Produkt zu entwickeln, rechnet er mit zehn Jahren. „In der chemischen Industrie kostet das 200 Millionen Euro, bei uns etwa zwei Millionen.“ Aber auch diese Summe muss ein kleines Unternehmen erst mal aufbringen – und hoffen, dass auch die nächste Idee so gut aufgeht wie Hefe.

hk - 02.08.07
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Weitere Informationen zum Beitrag:

Bio-Protect Gesellschaft für biologischen Pflanzenschutz mbH
Stefan Kunz
Lohnerhofstrasse 7
D-78467 Konstanz
Tel.: 07531/690-661
Fax: 07531/3659269
E-Mail: s.kunz(at)bio-protect.de

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