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Lässt sich das Leben nachbauen? Seit einigen Jahren versucht das innovative Feld der Synthetischen Biologie, zelluläre Bauteile zu neuen Systemen zusammenzusetzen, die etwa pharmazeutisch gewünschte Eigenschaften haben. Gerade einmal anderthalb Jahre alt ist die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wilfried Weber in Freiburg am Zentrum für Biologische Signalstudien (BIOSS), am ersten deutschen Lehrstuhl für Synthetische Biologie überhaupt. Und schon gibt es wieder eine Premiere: Der Lehrstuhlinhaber Weber hat als erster Wissenschaftler der Universität Freiburg den renommierten Starting Grant des European Research Council (ERC) erhalten. Seine Forschung auf dem Gebiet der intelligenten Materialien soll in Zukunft mit 1,5 Millionen Euro ausgebaut werden. Auch eine Doktorandin aus der Gruppe hat kürzlich einen Preis erhalten. Webers Team kombiniert Zellbausteine neu, mit vielen verschiedenen Fragestellungen. Dabei nutzen die „Zellingenieure“ das interdisziplinäre Umfeld der Uni Freiburg. Was kann man heute mit einem molekularen Baukasten konstruieren?
Jede Zelle verfügt über Schalter an ihrer Oberfläche, die im Inneren molekulare Interaktionen bis hin zur DNA-Ebene auslösen. Wissenschaftler sprechen von Signalsystemen. Die meisten Krankheiten resultieren aus Störungen in diesen Signalsystemen. Wie lassen sich die Schalter so betätigen, dass eine Zelle von der schiefen Bahn zurück findet? Und ist es möglich, verschiedene Schaltkreise zu isolieren, die Elemente neu zu kombinieren und in andere Zellen wieder einzubauen, damit Forscher gewünschte Reaktionen der Zelle per molekularen Knopfdruck auslösen können?
Diesen Fragen geht die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Wilfried Weber nach, der im Mai letzten Jahres den ersten deutschen Lehrstuhl für Synthetische Biologie an der Universität Freiburg bestiegen hat. Der Fokus der Gruppe liegt also auf der Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen den Proteinen in einer Zelle oder zwischen den Proteinen und der DNA. Wechselwirkungen, die man von außen steuern kann. Die Forscher um Weber verstehen sich nicht nur als analytische Biologen. „Es geht uns darum, das Zusammenwirken der biologischen Bausteine zu verstehen und auf eine neue Art zu kombinieren“, erklärt Weber. Weber und sein Team sind Ingenieure, die im biologischen Bereich arbeiten.
Für diese Arbeit erhielt der Forscher den renommierten Starting Grant des European Research Council (ERC), der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist. In den nächsten Jahren können er und sein Team damit die Arbeit im Bereich der intelligenten Materialien weiter verfolgen. „Der Grant ist eine große Anerkennung und Motivation, um das Konzept der Synthetischen Biologie auf dem Gebiet der Materialwissenschaften weiter auszubauen“, sagt Weber. Die Kombination von Materialforschung und Synthetischer Biologie interessiert auch die Schwedin Maria Karlsson, eine Doktorandin im Team, die kürzlich mit dem mit 10.000 Euro datierten Barbara-Hobom-Preis des Freiburger Exzellenz-Zentrums für Biologische Signalstudien (BIOSS) ausgezeichnet wurde. Dieser Preis wird verliehen, um vielversprechende Promotionsprojekte zu fördern. Karlsson, die schon in Singapur, Spanien, Schweden oder in der Schweiz geforscht hat, hat in der Arbeitsgruppe für Synthetische Biologie genau die richtige Forschungsumgebung gefunden. Sie untersucht jetzt, wie man zelluläre Signalsysteme mit Materialien kombinieren kann. Das Ziel ist, Wachstum und Differenzierung von Zellen genau steuern zu können.

Weitere Informationen zum Beitrag:
Prof. Dr. Wilfried Weber
Institut für Biologie II
BIOSS - Centre for Biological Signalling Studies
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Engesserstraße 4b
79108 Freiburg
Tel.: +49 761/203 97654
Fax: +49 761/203 97660
E-Mail: wilfried.weber(at)biologie.uni-freiburg.de
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