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Die rasanten technologischen Fortschritte stellen Sequenzier-Dienstleister vor neue Herausforderungen. Was möglich ist, wird am Markt auch verlangt: zuverlässige und schnelle Sequenzanalysen, bei denen selbst ganze Genome im Zeitraum von Tagen bis Wochen bearbeitet werden. Das geht nur mithilfe modernster Hochdurchsatztechnologien. Seit rund einem Jahr bietet die Tübinger CeGaT GmbH DNA- und RNA-Sequenzierungen auf dem neuesten Stand der Technik für alle Bereiche der Life Sciences.
Er ist zurzeit das leistungsfähigste „Arbeitstier", mit dem Gene von Diagnostik-Panels gescreent werden können. „Bei jedem Panel, das wir aufbauen, wird eine Etablierungsphase vorgeschaltet, in der wir alles, was wir mit dem Hochdurchsatz-Gerät finden, in unabhängigen Experimenten mit herkömmlichen Sequenziertechnologien überprüfen", erklärt Dr. Dirk Biskup, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau leitet. Die beiden gehen auf Nummer sicher: „Erst wenn wir bei der Sequenzierung von rund hundert Genen in den Kontrollexperimenten 100-prozentige Übereinstimmung finden, geht die Sequenzierung auf dem Hochdurchsatz-Gerät in die Routine", sagt Dirk Biskup.
Nicht bei jedem Panel geht es gleich um hunderte von Genen. Zurzeit konzentriert sich CeGaT auf vier Panels: Epilepsie, Parkinson, Augenkrankheiten und Stoffwechsel-Erkrankungen. „Das Epilepsie-Panel umfasst rund 500 Gene, bei Parkinson sind es ‚nur' etwa 50", sagt Saskia Biskup. Zur Entwicklung der Panels gehört als ein wichtiger Arbeitsschritt die Anreicherung der jeweiligen Gene. Dazu greift CeGaT auch auf externe Kompetenzen zurück und kooperiert mit namhaften Partnern aus Forschung und Industrie. Auch mit Applied Biosystems, dem in den USA ansässigen Lieferanten des Hochdurchsatz-Sequenzierers, arbeitet CeGaT auf der Entwicklungsebene zusammen. „Wir sind Projektpartner im Bereich diagnostischer Anwendungen und in diesem Bereich Hauptansprechpartner für das Unternehmen in Europa", sagt Dirk Biskup.
Prinzipiell ist CeGaT offen für alle Sequenzierprojekte rund um DNA und RNA, aus Tieren und Pflanzen ebenso wie aus Mikroorganismen. „Auch Metagenom-Projekte interessieren uns, es gibt zum Beispiel interessante ernährungsphysiologische Fragestellungen, bei denen Genome diverser Magen-Darm-Bakterien verglichen werden", ergänzt Saskia Biskup. Der Schwerpunkt wird aber wohl die Humangenetik bleiben, nicht zuletzt, weil Saskia Biskup Fachärztin für Humangenetik ist. Neben der Leitung der CeGaT GmbH unterhält sie auch eine eigene Praxis für Humangenetik. Hier werden Patienten und Kunden über alle Aspekte der genetischen Diagnostik informiert, erfahren, wie aussagekräftig die Ergebnisse sind und bekommen Hilfestellungen zu ethischen Fragen.
Die beiden Doktortitel hat sich Saskia Biskup in einer beeindruckenden Universitätslaufbahn erarbeitet. Sie hat zunächst in Würzburg Medizin studiert und nebenbei einen Aufbaustudiengang in Biologie belegt. „Es gab in Würzburg damals ein Pilotprojekt für Mediziner, die sich für die Forschung interessieren. Sie wurden nach einem etwas verkürzten Studium der Biologie als Doktoranden in der Biologischen Fakultät zugelassen", erzählt Saskia Biskup. Die belastbare Studentin legte noch eins drauf und machte an der Uni Heidelberg auch noch eine Zusatzausbildung in Bioinformatik. Sowohl die Biologie als auch die Medizin führte Saskia Biskup bis zur Promotion, sie erwarb den Dr. med. und den Dr. rer. nat.
Nebenbei blieb noch Raum für das Private: Auf einem Würzburger Tennisplatz lernte sie ihren zukünftigen Ehemann kennen, den Diplom-Kaufmann Dr. Dirk Biskup. Beide verbrachten nach der Promotion einige Zeit in den USA, um ihren beruflichen Horizont zu erweitern und internationale Erfahrung zu sammeln. Nach der Rückkehr nach Deutschland schloss Saskia Biskup ihre Facharztausbildung zur Humangenetikerin an der Uni Tübingen ab. Für eine Firmengründung in den Life Sciences bilden die beiden ein geradezu ideales Team: Sie bringt die medizinische und wissenschaftliche Kompetenz ein, er das wirtschaftliche Know-how. „Wir ergänzen uns sehr gut und hatten auch schon früh die Idee, eine eigene Firma zu gründen", sagt Dirk Biskup. Den Business-Plan haben sie natürlich selbst entworfen und damit die Banken als Kreditgeber überzeugt.

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