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Was passiert im Inneren von Pflanzensamen, während sie keimen? Das untersuchen die Forscher um Privatdozent Dr. Gerhard Leubner von der Universität Freiburg und sechs andere internationale Forschungsgruppen in Zukunft gemeinsam. In einem europäischen Wettbewerb belegte das Konsortium virtual Seed (vSEED) den ersten Platz von 54 Bewerbern. Das Besondere: Die Wissenschaftler wollen molekulare, physiologische und mechanische Vorgänge in Pflanzensamen in ihrer Gesamtheit erfassen und diese verschiedenen Ebenen in mathematischen Modellen zusammenbringen.
Pflanzensamen nehmen eine zentrale Stellung im Lebenszyklus der Pflanze ein. Sie dienen ihr zum einen zur Ausbreitung in neue Lebensräume, etwa durch Vögel oder den Wind. Zum anderen stellen sie das gegen Trockenheit am besten gewappnete Stadium dar. Embryonen überleben im Samen sogar noch, wenn sie auf nur fünf bis zehn Prozent des Wassergehalts austrocknen. Jahre kann der schlafähnliche Zustand der sogenannten Dormanz andauern, bis die Umweltbedingungen für die Keimung optimal sind. Nicht nur für Grundlagenforscher, auch für die Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie ist das Verständnis der Samenbiologie von Bedeutung. Mit einem Anteil von ca. 20 Milliarden Euro trägt die Saatgutindustrie wesentlich zur Weltwirtschaft bei.
Für die nächsten drei Jahre stellt sich das Konsortium aus vier europäischen Partnern die Aufgabe, eine mathematische Beschreibung der dynamischen Prozesse rund um die Keimung von Samen der beiden nah verwandten Pflanzen Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) und Gartenkresse (Lepidium sativum) zu liefern. Mit ihrem Konzept haben die Forscher im Wettbewerb des European Research Area-Net Plant Genomics (ERA-PG) den ersten Platz belegt und damit 53 andere Bewerber ausgestochen. Das Netzwerk der Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Holdsworth von der Universität Nottingham (Großbritannien) erhält für die nächsten drei Jahre 1,7 Millionen Euro für insgesamt vier Labore und mehrere Postdoc-Stellen. „Wir haben uns alle sehr gefreut“, sagt Leubner, der die Freiburger Teilprojekte koordiniert. „In einem solchen Wettbewerb gegen so viele andere exzellente Teams den ersten Platz zu belegen, ist was Besonderes.“

Weitere Informationen zum Beitrag:
PD Dr. Gerhard Leubner
Institut für Biologie II, Botanik/Pflanzenphysiologie
Schänzlestr. 1
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: +49 (761) 203 2936
Fax: +49 (761) 203 2612
E-Mail: gerhard.leubner(at)biologie.uni-freiburg.de
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