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12.03.2009

Neuer Weg zur Erforschung von Blutstammzellen

Forscher aus Ulm, Dresden und Leipzig haben ein Mausmodell entwickelt, das die Transplantation von Blutstammzellen ohne vorherige Bestrahlung ermöglicht. Weitere Untersuchungen sollen jetzt klären, ob sich das Verfahren auch auf menschliche Zellen übertragen lässt. Sollte das gelingen, könnten diese Tiere auch für Untersuchungen zur Funktion menschlicher Blutstammzellen, von Infektionskrankheiten oder Krebserkrankungen nützlich sein.

Transplantierte Zellen wachsen ohne Bestrahlung an

Das Bild zeigt den lachenden Ulmer Immunologen Hans-Reimer Rodewald, einen schlanken Mitt- bis Endfünfziger mit rechtem Scheitel, glattes leicht ergrautes Haar.
Immunologe Prof. Hans-Reimer Rodewald (© privat)

An der Universität Ulm hat ein Immunologen-Team um Claudia Waskow (jetzt am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden) und Hans-Reimer Rodewald in Zusammenarbeit mit Rosel Blasig vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin, ein Mausmodell entwickelt, in dem transplantierte Blutstammzellen ohne vorherige Bestrahlung in den Empfängertieren anwachsen und sich somit besser erforschen lassen.

In der Fachzeitschrift „Nature Methods“ erläutern die Forscher ihr Vorgehen: „Wir haben drei genetische Mutationen miteinander kombiniert. Nur alle drei zusammen in einem Organismus erlauben eine Transplantation von blutbildenden Stammzellen ohne vorherige Bestrahlung“, erklärt Claudia Waskow. Die Mutationen waren nach Waskows Angaben schon bekannt.

Eine schwächt, zwei andere schaffen Platz

Mit dem entwickelten Mausmodell scheint eine belastende und nebenwirkungsreiche Bestrahlung nicht mehr notwendig zu sein: Während die eine Mutation durch den gestörten Wachstumsfaktor Rezeptor Kit (KitW/Wv) den Spenderzellen mehr Platz in den Stammzellnischen bietet, schwächen die anderen beiden Mutationen das Immunsystem. Dadurch akzeptiert der Körper alle - auch fremde - Blutstammzellen unabhängig von ihrer Verträglichkeit mit dem eigenen Gewebe.

„Da wir die von uns entwickelten Mäuse nicht mehr bestrahlen müssen, bleiben alle Organe einschließlich des Knochenmarks unbeschädigt.“ Wichtige Prozesse von Blutstammzellen lassen sich so unter wesentlich natürlicheren Bedingungen erforschen, wie zum Beispiel das „Homing“, bei dem die transplantierten Zellen vom Blut in das Knochenmark wandern, um sich dort dauerhaft anzusiedeln.
Mit Empfehlung von:
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Uni Ulm/DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapie Dresden, 09.03.09 (wp, 11.03.09) - 12.03.2009

Literatur:
C. Waskow, V. Madan, S. Bartels, C. Costa, R. Blasig, H.-R. Rodewald: Hematopoietic stem cell transplantation without irridation, in: Nature Methods, online 8.3. 09 (doi:10.1038/nmeth.1309)

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