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05.03.2009

Neue Wege bei der Zucht von Kulturpflanzen

Effiziente Pflanzenzucht, ohne transgenes Saatgut als Endprodukt - dieses Ziel verfolgt ein internationales Forscherkonsortium unter Koordination des Botanikers Professor Holger Puchta vom Karlsruher Institut für Technologie. Die Wissenschaftler wollen für das "RECBREED"-Programm erstmals neueste Erkenntnisse über den Austausch von Erbinformaten einsetzen. Die EU fördert das im März gestartete Vorhaben aus Mitteln des siebten Forschungsrahmenprogramms vier Jahre lang mit insgesamt drei Millionen Euro.

Seit den Anfängen der Landwirtschaft kreuzen Menschen Kulturpflanzen mit artverwandten Wildpflanzen, um Erträge zu steigern oder Resistenzen gegen Krankheiten zu verbessern. „Der traditionelle Einkreuzungsvorgang ist jedoch extrem zeitaufwändig und erfordert große Mengen an Pflanzenmaterial. Manche Wildpflanzen lassen sich überhaupt nicht oder nur noch äußerst schwierig mit ihren artverwandten Kulturpflanzen kreuzen“, erklärt Holger Puchta vom Botanischen Institut II des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT).

Internationale Kooperationen dienen hochwertiger Grundlagenforschung

Für die anspruchsvolle Forschungsarbeit kooperiert Puchtas Institut mit erstklassigen internationalen Partnern aus der Pflanzenforschung: Neben dem weltweit renommierten israelischen Weizmann-Institut, dem Centre national de la recherche scientifique (CNRS) – ein französisches Institut für Grundlagenforschung – und den Saatgutherstellern Biogemma (Frankreich) und Keygene (Holland) sind Forscher der Universitäten in Leiden und Genf beteiligt.

Schalen mit Arabidopsispflanzen, die mit kleinen Schildern beschriftet sind.
Große Kulturen der Arabidopsis (Ackerschmalwand) dienen den Botanikern des KIT als Modellpflanze für die Entwicklung neuer Zuchtmethoden. (© Jana Mayer)
Insgesamt 3 Millionen Euro stehen den Partnern aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU zur Verfügung – rund 450.000 Euro davon entfallen auf das Botanische Institut II des KIT.
„Im Moment betreiben wir noch Grundlagenforschung“, sagt Holger Puchta, der sich schon 20 Jahre mit der DNA-Rekombination beschäftigt und seit 2002 Institutsleiter am KIT ist. Doch was in den kommenden Jahren an der Modellpflanze Arabidopsis (Ackerschmalwand) erforscht wird, könnte einen Meilenstein für die Technik und ihre gesellschaftliche Akzeptanz bedeuten. Puchta hofft, die Zeit für die Züchtung neuer, gegen Krankheit oder klimatische Extreme resistenter Pflanzen künftig stark reduzieren zu können: „Wofür man heute fünf Felder benötigt, könnte in 10 oder 20 Jahren ein kleines Gewächshaus ausreichen“, sagt der Botaniker. Darüber hinaus, so Puchta, könnte die neue Technik helfen, weit verbreitete Vorbehalte gegenüber der Gentechnik abzubauen.
Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.
Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.
Quelle: KIT - 05.03.2009

Weitere Informationen:
Jonas Moosmüller
Presse, Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 721 608 – 8120
Fax: +49 721 608 – 3658

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