title_organisation_de

-»Diese Ausgabe ist für Browser ohne zureichende CSS-Unterstützung gedacht und richtet sich vor allem an Sehbehinderte. Alle Inhalte sind auch mit älteren Browsern voll nutzbar. Für eine grafisch ansprechendere Ansicht verwenden Sie aber bitte einen moder

Das Biotechnologie und Life Sciences Portal Baden-Württemberg

Logo Bundesland Baden-Württemberg

Beginn Sprachwahl


Beginn Inhaltsbereich

Beginn Navigator

Sie sind hier:

Ende Navigator




Gedanken steuern die künstliche Hand

Der Heidelberger Ingenieur Dr. Rüdiger Rupp, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, wurde für seine bahnbrechenden Entwicklungen von Neuroprothesen mit dem Konrad-Biesalski-Preis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie e.V. ausgezeichnet. Die Neuroprothesen können mittels schwacher Muskelanspannungen oder sogar über Gedanken gesteuert werden.

Patienten mit einer Verletzung des Hals-Rückenmarks stehen von einer Sekunde auf die andere vor einem Problem: Sie können ihre Hände und Arme nicht mehr bewegen. Bislang hatte die Medizin nur wenig Möglichkeiten anzubieten, wie die Greiffunktion zumindest teilweise wiederhergestellt werden kann.

Dieser Herausforderung hat sich vor einigen Jahren der Ingenieur Dr. Rüdiger Rupp am Querschnittszentrum der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hans-Jürgen Gerner) gestellt. Im Rahmen seiner Dissertation hat er Neuroprothesen entwickelt, die mittels schwacher Muskelanspannungen oder sogar über Gedanken gesteuert werden. Für diese Arbeiten wurde Dr. Rupp beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 22. bis 25. Oktober 2008 in Berlin mit dem mit 5.000 Euro dotierten Konrad-Biesalski-Preis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie e.V. ausgezeichnet.

Verbesserung der Greiffunktion erhöht Lebensqualität enorm

Jährlich erleiden 1.800 Menschen in Deutschland eine Querschnittslähmung; 40 Prozent verlieren die Funktion von Armen und Beinen mit mehr oder minder ausgeprägtem Verlust der Bewegungsfähigkeit im Armbereich – darunter vor allem jüngere Patienten. „Bei Hoch-Querschnittgelähmten bedeutet jede Form der Verbesserung der Greiffunktion einen wesentlichen Gewinn an Lebensqualität und entscheidet darüber, ob ein Querschnittgelähmter sein Leben selbstständig meistern kann oder lebenslang vollständig auf fremde Hilfe angewiesen ist“, beschreibt Dr. Rupp die Motivation für seine preisgekrönte Arbeit.

Zurzeit besteht die einzige Möglichkeit zur Wiederherstellung einer zum größten Teil ausgefallenen Greiffunktion in der Anwendung von Systemen der Funktionellen Elektrostimulation (FES), sogenannten Neuroprothesen. Diese Geräte aktivieren über kurze Stromimpulse die noch intakten Nerven im gelähmten Arm und regen – je nach Stärke – die Muskeln zu unterschiedlich starken Kontraktionen an. Damit eine zielgerichtete Greifbewegung zustande kommt, müssen viele Stimulationskanäle aufeinander abgestimmt werden, was mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten nicht im ausreichenden Maß möglich ist. Defizite existieren auch hinsichtlich der Benutzerschnittstellen von Neuroprothesen, für deren selbstständige Kontrolle der Behinderte unnatürliche Hilfsbewegungen ausführen muss: So werden in der Regel Bewegungen zum Beispiel der linken Schulter verwendet, um den Griff der rechten Hand zu steuern.

Implantierbare Systeme machen Handhabung der Prothesen einfacher

Gedankensteuerung erfordert viel Training

„Wenn wir uns eine bestimmte Bewegung vorstellen, dann entstehen in unserem Gehirn charakteristische Signale, die ein Rechner erkennen und daraus ein Steuersignal erzeugen kann. Auch wenn diese Gedankensteuerung noch sehr trainingsintensiv und langsam ist, werden wir weiter an ihrer Verbesserung arbeiten, damit Höchstgelähmte ohne jegliche Restfunktionen in den Armen in Zukunft mittels einer Neuroprothese wieder selbstständig essen und trinken können“, verspricht Dr. Rupp. Durch aktuelle Förderung seiner Forschung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Europäische Union hofft er, dieses Ziel in den nächsten Jahren zu erreichen.

Quelle: Pressemitteilung Uniklinikum Heidelberg - 24.10.08
Weitere Informationen
Dr.-Ing. Rüdiger Rupp
Orthopädische Universitätsklinik
Querschnittzentrum, Bereich Forschung
Schlierbacher Landstraße 200a
69118 Heidelberg
Tel.: 06221 / 96-9230,
Fax: 06221 / 96-9234
E-Mail: Ruediger.Rupp@ok.uni-heidelberg.de
31.10.2008

Seite durchsuchen

Geben Sie ihren Suchbegriff in das erste Suchfeld ein, um mit der Standardsuche zu suchen. Oder Sie nutzen unsere Suche mit Visualisierung, die Ihnen zusätzlich zur Ergebnisliste Ihren Suchbegriff in seinem Begriffsumfeld anzeigt.


Suche mit Visualisierung:

Daten und Fakten

Wählen Sie die Datenbank aus, die Sie durchsuchen möchten und geben Sie einen Suchbegriff ein.



Newsletter

Immer aktuell informiert mit dem BIOPRO-Newsletter.
Nutzen Sie dieses Serviceangebot, um über die Biotechnologiebranche in Baden-Württemberg immer auf dem Laufenden zu sein.


Glossar

Hier finden Sie Fachbegriffe mit Erläuterungen




http://www.bio-pro.de/magazin/wissenschaft/archiv_2008/index.html?lang=de