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Ein Computerprogramm, das querdenkt

Ein Kollege erzählt in der Kantine über sein Projekt. Ein zufällig lauschender Tischnachbar erinnert sich an jemand mit ähnlichen Fragen im Haus. Am Ende bringt der nebenbei gegebene Hinweis Menschen zusammen, die sich anders nie gefunden hätten. Solche Zufälle will ein Konstanzer Software-Projekt zur Methode machen: Bioinformatik-Professor Michael Berthold und das Unternehmen GATC Biotech arbeiten unter dem Titel LabOwl gemeinsam daran.

Der Ausgangspunkt: In vielen Unternehmen häufen sich rasch Datenmengen an, die der einzelne Mitarbeiter nicht mehr überschaut. Oft ahnt niemand, dass Kollegen Ergebnisse erzielt haben, die für einen selbst nützlich wären. Zudem sind Tabellen, Grafiken, Bilder und Texte in verschiedenen Dateien an unterschiedlichen Orten abgelegt. In der Kaffee-Ecke fallen dann wertvolle Sätze wie ”Frag´ doch mal den, der hat mal was ähnliches gemacht”. Berthold sagt, Kantinentratsch und Tipps wie aus der Kaffee-Ecke seien die Vorlage des neuen Computerprogramms. ”Vorbild für unsere Software ist jemand, der durch die Firma läuft, jeden kennt und alles gelesen hat”, erklärt er. GATC-Forschungsdirektor Dr. Johannes Regenbogen sagt: "Das System arbeitet, als würden wir ein Brainstorming machen."

Millionen Datenpunkte prüfen

 Lassen den Computer querdenken: Dr. Johannes Regenbogen und Dr. Bettina Rohde von der GATC-Forschungsabteilung. (Foto: GATC)
Lassen den Computer querdenken: Dr. Johannes Regenbogen und Dr. Bettina Rohde von der GATC-Forschungsabteilung. (Foto: GATC) 
Für Informatiker Berthold ist das eine Herausforderung, die weit über das Programmieren einer Super-Suchmaschine hinausgeht. Anders als bei dieser soll das Programm bei der Eingabe eines Stichwortes nicht nur dieses finden, sondern auch mögliche Verknüpfungen, die beim ersten Blick verschlossen blieben. Berthold und GATC lassen den Computer querdenken. Beispiel: Wer Auto eingibt, soll nicht nur das Wort Auto finden, sondern auch Fahrzeug und Mobilität oder auch Ergebnisse zu Fußgängern oder Wissen aus einem ganz anderen Bereich, das wichtig sein könnte. Und was im Kopf mit 50 Datenpunkten funktioniert, soll LabOwl auch mit 50 Millionen bewältigen können – in einer annehmbaren Zeit.
In der Bio- und Pharmaforschung ist das Interesse daran besonders groß. Hier fallen extrem viele Daten an. "Die ertrinken darin", sagt Berthold. Dabei verbirgt sich in den Informationen oft Gewinnträchtiges: Nicht nur einmal hat sich eine vermeintliche Nebenwirkung als erfolgreicher Therapieansatz entpuppt. Dazu aber sind unkonventionelle Verknüpfungen nötig. "Es geht darum, Assoziationen zu knüpfen", sagt Berthold. "Wir lassen uns inspirieren und suchen Methoden, die ähnliche Ergebnisse liefern." Die LabOwl-Software soll Daten abgleichen und verborgene Muster finden. Zwei Jahre wird das Projekt mit Praxisbezug vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Maßarbeit im Labor

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29.11.2006

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