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Die von Charles Darwin begründete Evolutionstheorie ist so genial, dass sie sich in zwei einfachen Sätzen zusammenfassen lässt. Allerdings ist deren Übersetzung ins Deutsche nicht wirklich geglückt, findet der Tübinger Evolutionsbiologe Professor Dr. Nico Michiels. Mit einem evolutionären Rocksong und einem witzigen Video-Clip will der Wissenschaftler jetzt helfen, ein wesentliches Missverständnis zu korrigieren.
„Gefragt waren unkonventionelle Ansätze, wie man das Thema Evolution einer breiten Bevölkerungsschicht auf interessante Weise nahebringen kann", sagt Michiels. Der Biologe und sein Team wählten den Weg über die Musik und gehören damit zu den acht Gewinnern des Wettbewerbs, die nun mit jeweils 100.000 Euro gefördert werden.
Die Tübinger haben dabei vor, die Mechanismen der Evolution auf die Entstehung eines Musikstückes zu übertragen. Momentan entwickeln sie mit Hilfe des Bioinformatikers Professor Dr. Daniel Huson ein Computerprogramm, mit dem sich die Grundsätze evolutionären Geschehens für jedermann spielerisch leicht nachvollziehen lassen. Michiels primäre Zielgruppe sind dabei Teenager und junge Erwachsene, aber auch alle anderen Interessierten können sich die Software ab Anfang April von der eigens dafür konzipierten Homepage „Darwin Rocks!" herunterladen.
Mit Hilfe des Programms lassen sich aus einzelnen Tönen - der „musikalischen Ursuppe" - durch Mutationen, also kleine Variationen in der Tonhöhe und Tondauer, eine Vielzahl neuer Melodien kreieren. „Die Selektion, welche dieser Tonfolgen überleben und sich in die nächste Generation fortpflanzen dürfen, erfolgt dabei durch den Geschmack des Hörers", so Michiels. Auf diese Weise entsteht aus anfangs einfachen Tönen und Rhythmen im Laufe der Zeit ein komplexes und variantenreiches Musikstück. „Jeder der möchte, kann mit diesem Programm nun seine individuelle Evolutionshymne komponieren und als Klingelton herunterladen", erzählt Michiels.
Eine dieser neu entstandenen Melodien haben die Tübinger jetzt ausgewählt und mit Hilfe von Studenten der Heidelberger Fachhochschule für Musiktherapie zu einem fetzigen Rocksong verarbeitet. „Struggle for love" lautet der Titel des englischsprachigen Songs - in Anlehnung an Darwins These „struggle for life". In der deutschen Fassung wird das Lied, das von Musikern der Popakademie Mannheim aufgenommen wird, „Überlieben" heißen. „Im Liedtext haben wir das Hauptthema der Evolution, die Fortpflanzung, bewusst wieder aufgegriffen. Wir wollen die Idee vermitteln, dass sich im Prinzip alles um die Liebe dreht", erklärt Michiels, „weil das bloße Überleben in diesem Zusammenhang nicht viel wert ist."

Weitere Informationen zum Projekt:
Universität Tübingen
Zoologisches Institut
Lehrstuhl für Evolutionsökologie der Tiere
Prof. Dr. Nico Michiels
Auf der Morgenstelle 28
72076 Tübingen
Tel.: 07071 29-74649
Fax: 07071 29-5634
E-Mail: nico.michiels(at)uni-tuebingen.de
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