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13.02.2012

Biotechnologie in Biberacher Hochschule wächst weiter

Die Erfolgsgeschichte der Pharmazeutischen Biotechnologie an der Hochschule Biberach wird fortgeschrieben. Beim Neujahresempfang der gleichnamigen Fakultät präsentierte der Dekan positive Zahlen und Nachrichten. Einen anregenden Festvortrag hielt Hans-Peter Meyer von der schweizerischen Lonza zur Industriellen Biotechnologie, der zur meinungsfreudigen Standortbestimmung geriet und den neuen Biberacher Studiengang in einen größeren Rahmen stellte.

Braindrain: befristete Verträge des Mittelbaus

Ein Problem mit offenem Ausgang versucht Hannemann beim Wissenschaftsministerium in Stuttgart anzupacken: die Befristung der Arbeitsverträge im akademischen Mittelbau, was anders als bei den Professoren bislang misslang. Derzeit sind zehn Professoren, ein Gastprofessor sowie 17 Mitarbeiter in der Fakultät für Pharmazeutische Biotechnologie beschäftigt, teilte Jürgen Hannemann mit. Aktuell, so Hannemann weiter, stehe auch die Entscheidung über die Weiterfinanzierung des Gesamtprojekts Pharmazeutische Biotechnologie ab 2016 an.
Nachdem mit einem Unternehmen aus dem Landkreis ein Bauherr und Investor gefunden wurde, laufen nach Hannemanns Worten die Planungen für den Neubau des Lehr- und Laborgebäudes für den neuen (halben) Studiengang Industrielle Biotechnologie an; zwei der vier Professoren wurden berufen, zur dritten Professur für Verfahrenstechnik laufen die Berufungsverhandlungen, teilte der Dekan mit; abgeschlossen sei die Auswahl der sechs Doktoranden für das mit der Universität Ulm gemeinsam durchgeführte Promotionskolleg. Bei den Geräten rüstete die Fakultät PBT auf, Hannemann führte Apparate wie quantitative Echtzeit-PCR oder Ultrazentrifugen auf.

Erfolgreich abgeschlossen wurden Forschungskooperationen mit Boehringer Ingelheim und Rentschler, ein neues BMBF-Projekt wurde gewonnen. Eine Vielzahl von Kontakten zu Schulen und Schülern sind aufgebaut worden. Mit dem „Nachbarn“ Boehringer Ingelheim wurde 2011 ein Biotechnologie-Forum Biberach aus dem Taufbecken gehoben, mit dem Schülerforschungszentrum Bad Saulgau wurden Kontakte geknüpft, um den Nachwuchs über das Studium zu informieren.

Zukunft liegt im Komplexen, Hochfunktionalisierten


Nur Hochwertiges, Komplexes eröffnet Marktchancen, Festredner Hans-Peter Meyer. (© Hochschule Biberach)

Die industrielle Biotechnologie sollte über hochwertige, komplexe Erzeugnisse den milliardenschweren Markt zu entern versuchen anstatt mit staatlich subventionierten niedermolekularen Biotreibstoffen einen Irrweg zu beschreiten. So lautete eine der meinungsstark vorgetragenen Botschaften des Festredners Hans-Peter Meyer, der beim Schweizer Life-Science-Riesen Lonza die Biotech-Strategie mitverantwortet.

Großes Wachstum in der Chemie bzw. Pharma-Branche erzielen hochkomplexe Moleküle, Generika und Biopharmazeutika, anderes als die sogenannten NCE's (new chemical entities). Die chemische Synthese stoße zunehmend an ihre ökonomischen und ökologischen Grenzen. Der Trend geht nach Meyers Einschätzung hin zu immer komplexeren, funktionalisierten Produkten. Heutige ‚Pharma-Stars‘ wie Proteine und monoklonale Antikörper werden in der Zukunft von Gen- und Zelltherapie, Gewebe- und Organreparatur abgelöst. Dazu allerdings sind nachhaltige biotechnische Herstellungsverfahren vonnöten, die nicht nur teuer, sondern auch schwierig seien: „Wir lernen nur mit komplizierten Molekülen, nicht von den einfachen", wiederholte Meyer leitmotivisch.

Rote Biotechnologie wenig nachhaltig

„Die rote Biotechnologie ist eine sehr schmutzige Industrie“, konstatierte Meyer mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck der ressourcenfressenden und Abfallberge hinterlassenden Produktion. „Hier sind viele Verfahrensverbesserungen nötig“, schärfte Meyer das Problembewusstsein der vorwiegend der roten Biotechnologie zuzurechnenden Zuhörerschaft. Das Marktpotenzial für industrielle Biotechnologie in den nächsten 20 Jahren schätzt Meyer auf eine Trillion Euro. So gigantisch seien aber auch die Herausforderungen: Es fehlt an Geld für Forschung und Entwicklung, an Börsengängen, die Lebensdauer der Produkte sei ein Problem, desgleichen sei der Markt fragmentiert, so Meyers Negativ-Liste.

Wenn Marktzugang, dann über Gesundheit

Industrie muss Tabus brechen

Dem Trend zu immer komplexeren Molekülen folgend sollte sich die Industrielle Biotechnologie folglich, empfahl Meyer, auf Feinchemie, komplexe Bausteine, Wirkstoffe und neue Biomaterialien für die Life-Science-Märkte konzentrieren. Die Prozesstechnologie sollte ihre Augenmerk auf geschlossene Produktionssysteme, neue Expressionssysteme, ‚green chemistry‘ und neuartige Aufarbeitungsmethoden richten. Angesichts riesiger Herausforderungen, die von einzelnen Unternehmen nicht zu meistern seien, müsse die Industrie intern stärker kooperieren, auch extern mit Hochschulen beispielsweise einen offenen Diskurs pflegen, der nicht länger von Geheimhaltungsklauseln beherrscht werden dürfte, und insbesondere langfristige Projekte mit der Wissenschaft ins Auge fassen.
Ein Beitrag von:
Logo der Region Ulm
wp - 13.02.2012
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Literaturtipp:
Meyer, Hans-Peter, Sustainability and Biotechnology,Organic Process Research & Development 2011, 15, 180-188.

 

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