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Die Erfolgsgeschichte der Pharmazeutischen Biotechnologie an der Hochschule Biberach wird fortgeschrieben. Beim Neujahresempfang der gleichnamigen Fakultät präsentierte der Dekan positive Zahlen und Nachrichten. Einen anregenden Festvortrag hielt Hans-Peter Meyer von der schweizerischen Lonza zur Industriellen Biotechnologie, der zur meinungsfreudigen Standortbestimmung geriet und den neuen Biberacher Studiengang in einen größeren Rahmen stellte.
Die Fakultät für Pharmazeutische Biotechnologie an der Hochschule Biberach wächst, und das wird bald sichtbar. Bis Frühjahr 2013 soll das neue Lehr- und Laborgebäude in direkter Nachbarschaft zum bisherigen hochgezogen sein. Dort sollen die Studenten des neuen, im Wintersemester angelaufenen Studienganges Industrielle Biotechnologie untergebracht werden.
Im 2007 gegründeten Institut für Pharmazeutische Biotechnologie sind die eingeworbenen Drittmittel kontinuierlich gewachsen und haben nach den Worten von Heiko Rahm, Prorektor für Forschung und Weiterbildung, eine „eigene Dimension" erreicht. Die vormalige Bauakademie Biberach ist 2011 in Akademie Biberach umbenannt worden. Damit ist es nach Rahms Worten möglich, das Weiterbildungsangebot thematisch zu erweitern, beispielsweise auf pharmazeutische Biotechnologie, Bioprozesstechnik oder Energiewirtschaft.
Durchweg zufrieden fiel die Bilanz des Dekans der Fakultät, Jürgen Hannemann, aus. Der 38 Plätze bietende Bachelor-Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie zieht nach seinen Worten vor allem im Wintersemester viele Bewerber an, im Sommersemester bewerben sich mit rund 100 zwei Drittel Studienwillige weniger. Die Abbrecherquote von zehn Prozent wertete Hannemann als Beleg für ein effektives Auswahlverfahren. Derzeit sind an der Fakultät 220 Studierende eingeschrieben. „Überaus positiv" fallen die Rückmeldungen der Firmen aus, wo die Biberacher Bachelor-Studenten ein Praxissemester und ihre Abschlussarbeit anfertigen.
Die industrielle Biotechnologie sollte über hochwertige, komplexe Erzeugnisse den milliardenschweren Markt zu entern versuchen anstatt mit staatlich subventionierten niedermolekularen Biotreibstoffen einen Irrweg zu beschreiten. So lautete eine der meinungsstark vorgetragenen Botschaften des Festredners Hans-Peter Meyer, der beim Schweizer Life-Science-Riesen Lonza die Biotech-Strategie mitverantwortet.
Großes Wachstum in der Chemie bzw. Pharma-Branche erzielen hochkomplexe Moleküle, Generika und Biopharmazeutika, anderes als die sogenannten NCE's (new chemical entities). Die chemische Synthese stoße zunehmend an ihre ökonomischen und ökologischen Grenzen. Der Trend geht nach Meyers Einschätzung hin zu immer komplexeren, funktionalisierten Produkten. Heutige ‚Pharma-Stars‘ wie Proteine und monoklonale Antikörper werden in der Zukunft von Gen- und Zelltherapie, Gewebe- und Organreparatur abgelöst. Dazu allerdings sind nachhaltige biotechnische Herstellungsverfahren vonnöten, die nicht nur teuer, sondern auch schwierig seien: „Wir lernen nur mit komplizierten Molekülen, nicht von den einfachen", wiederholte Meyer leitmotivisch.
Ein halbes Prozent Anteile halten Biopolymere am 300 Millionen Jahrestonnen umfassenden Kunststoffmarkt (nur sieben Prozent des Öls wandert in die Chemie, der Rest werde verbrannt, klagte Meyer). Biopolymere wie PHA, wovon es 150 Monomere gibt, ließen sich gut kombinieren und leicht funktionalisieren. Aber geplatzte Joint Ventures großer Unternehmen lassen nach Meyers Worten vorläufig nur eine Lehre zu: Diejenigen Moleküle haben die größten Chancen, die für medizinische Zwecke eingesetzt werden.
Hautschutzprodukte von extremophilen Mikroben aus der Tiefsee, Biomoleküle, die den Fließwiderstand in Pipelines verringern, Enzyme für Spanholzherstellung, Porenproteine für die Wasser-Entsalzung - Produktideen mit „sensationellen Anwendungen" gibt es Meyer zufolge genug; genauso Bestrebungen, neue Proteine aus biogenen Ressourcen zu gewinnen, wie aus Spinnen, Bienen, Muscheln oder Hagfischen.

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