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An Schwermetallen trägt der Mensch heute schwer. Seit er Fabriken baut oder Autos lackiert, vergiftet er viele Böden und Gewässer - und damit viele Lebewesen inklusive sich selbst. Wissenschaftler versuchen, die anorganischen Chemikalien auf natürlichen Wegen aus dem Kreislauf zu entfernen oder sie zumindest unschädlich zu machen. Dr. Johannes Gescher und sein Team von der Mikrobiologie der Universität Freiburg haben einen Mikroorganismus entdeckt, der diese Aufgabe im Fall des giftigen Schwermetalls Chrom übernehmen könnte.
Schuld an den immer höheren Chrom-Konzentrationen in der Umwelt ist der Mensch. Das Schwermetall kommt zwar auch natürlich im Boden vor, aber die wirklich giftigen Mengen stammen zum Beispiel aus der Stahl verarbeitenden Industrie, aus Gerbereien oder von Lackresten. „In einem Großpraktikum, das wir für Studenten angeboten haben, stießen wir zufällig auf das Bakterium Leucobacter spec., das besonders viel Chrom verträgt“, sagt Gescher. „Dieser Mikroorganismus wächst noch bei den schier unvorstellbaren Konzentrationen von rund 16 Gramm Chrom pro Liter Wasser.“ Zum Vergleich: In der Erdkruste finden Wissenschaftler normalerweise rund 160 Mal kleinere Mengen des Schwermetalls. Das bekannte Bakterium Escherichia coli überlebt höchstens 150 Mal so niedrige Dosen. Leucobacter spec. muss Chrom(VI) irgendwie entgiften oder zumindest unschädlich machen. Könnte seine Strategie dem Menschen für die so genannte Bioremediation nützlich sein, also für die Wiederherstellung verseuchter Böden mit der Hilfe von biologischen Prozessen?
Gescher und sein Diplomand Sturm wissen inzwischen, warum ihr Bakterium so viel von dem Schwermetall verträgt. Schon auf lichtmikroskopischen Aufnahmen kann man es sehen: Bei hohen Chromkonzentrationen bildet sich eine schleimige Schicht um die einzelnen Bakterienzellen, sie verklumpen dadurch zu Aggregaten. Die Schleimschicht besteht aus langkettigen und verzweigten Zuckermolekülen, den so genannten Polysacchariden. Diese bei Leucobacter spec. besonders dicke Hülle dient als Klebfalle für eindringende Chrom(VI)-Ionen, sie bleiben darin haften. Das Bakterium hält sie sich also vom Leib. Nur geringe Mengen kommen in die einzelnen Zellen hinein, und diese können zusätzlich durch die Chrom(VI)-Reduktase reduziert und damit unlöslich gemacht werden.

Weitere Informationen zum Beitrag:
Dr. Johannes Gescher
Institut für Biologie II
Mikrobiologie
Schänzlestr. 1
79104 Freiburg
Tel.: +49 (0)761/203-2685
Fax: +49 (0)761/203-2626
E-Mail: johannes.gescher(at)biologie.uni-freiburg.de
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